“Multitasking” ist ein Begriff aus der Informationstechnik. Er bezeichnet eine Technik, mit der ein Computer mehrere Aufgaben scheinbar gleichzeitig abarbeiten kann, auch wenn er nur einen einzigen Prozessor hat, der immer nur einen Befehl gleichzeitig ausführen kann. Dazu bedient man sich sogenannter “Zeitscheiben”: der Prozessor arbeitet immer nur einen Sekundenbruchteil an einer bestimmten Aufgabe. Dann merkt er sich, wie weit er war und führt dann eine andere Aufgabe fort. Dazu muss er zunächst den Zustand wiederherstellen, in der sich ihre Abarbeitung befand, bevor sich der Rechner der nächsten Aufgabe widmete. Aber auch hier geht es nur einen Sekundenbruchteil weiter. Für den Benutzer hat das Ganze den Anschein, als liefen viele Arbeitsprozesse gleichzeitig. Ein wichtiger Faktor für die Güte des Multitaskings ist, wie effizient die sogenannten “Kontextwechsel” zwischen den einzelnen Aufgaben erfolgen. Eine wichtige Verbesserung zwischen den Versionen 2.4 und 2.6 des Linux-Kernels war zum Beispiel die Optimierung der Kontextwechsel.
Inzwischen wenden wir das Wort “Multitasking” auch auf Menschen an, die viele “Bälle gleichzeitig in der Luft haben”. Das Problem: unser Gehirn ist keine CPU und vor allem die Kontextwechsel machen uns schwer zu schaffen. Ein “Interrupt” kann uns komplett aus der gedanklichen Bahn werfen und es kann Minuten dauern, bis wir wieder an der Stelle weitermachen können, an der wir unterbrochen wurden. Ein Artikel über Arbeitspsychologie auf Spiegel Online beschreibt das so:
Alles gleichzeitig, lautet an vielen Arbeitsplätzen das Gebot der Stunde: Telefon, viele Computerprogramme und ein Handy streiten zeitgleich um die Aufmerksamkeit. Wer sich aber so vereinnahmen lässt und alles auf einmal tun will, macht mehr Fehler, verschwendet Zeit – und verlernt das Denken.
Unter dem Titel “Schön der Reihe nach statt Multitasking” spricht sich Katrin Blawat daher für das Singletasking aus.
Psychologen, Neurowissenschaftler und Ökonomen widersprechen mittlerweile einhellig: Der Mensch mache bei solchem Vorgehen haufenweise Fehler, sein Gehirn sei der Doppelbelastung nicht gewachsen. Er verplempere sogar Zeit, und zwar mehr als ein Viertel, weil er Fehler wieder ausbügeln und sich an die jeweils nächste Aufgabe erinnern müsse.
Dies wurde in Studien mit Hilfe von Kernspintomografen belegt, in denen die Aktivitäten im Gehirn beim ständigen Springen zwischen verschiedenen Aufgaben gemessen wurden. Das Resultat der Mediziner ist drastisch:
Multitasking fördert einen schizoiden Denkstil und lässt das Gedächtnis verkümmern
Wie können wir diesem Effekt möglichst entgegentreten? Hier ein paar Tipps:
Schon in meinem Artikel über Getting Things Done habe ich die Parabel zitiert, in der ein Mönch feststellt: “Wenn ihr steht, dann geht ihr schon”. Besser — und gesünder! — arbeiten wir, wenn wir uns immer nur einer Aufgabe widmen.
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