Prioritäten setzen

Dass die Einteilung von Aufgaben in “Hohe Priorität”, “Mittlere Priorität” und “Niedrige Priorität” nicht besonders effektiv ist, ist inzwischen eine weit verbreitete Erkenntnis. Das Getting-Things-Done-Konzept verzichtet sogar mit der Begründung, dass alle ernstzunehmenden Aufgaben gleich wichtig seien, bewusst auf jegliche Priorisierung. In Introducing A New Way Of Prioritizing, warnt der Autor jedoch davor, dass dieses Schwarz-Weiß-Denken zum Burnout führen kann, weil es dazu verleitet, ständig etwas zu tun. Er empfiehlt, Aufgaben nach folgendem Schema zu priorisieren:

  • Muss erledigt werden, weil sonst unangehmende Konsequenzen entstehen. Zu dieser Kategorie gehört zum Beispiel das Bezahlen der Stromrechnung.
  • Sollte erledigt werden, weil eine Verpflichtung (moralisch, finanziell, …) dahinter steht.
  • Will ich erledigen. In diese Kategorie fallen Aufgaben, die man zum eigenen Wohlbefinden erfüllen möchte — z.B. einen Film anschauen.

Dabei ist zu beachten, dass eine Kategorie die anderen nicht ausschließt. Schließlich kann man eine Aufgabe erledigen wollen, auch wenn sie gleichzeitig auf einer Verpflichtung beruht. Die höhere Priorität hat allerdings immer das meiste Gewicht.

Dem Eindruck, dass dies nichts anderes als die klassische A-B-C-Einteilung ist, hält der Autor entgegen, dass die Bezeichnungen viel klarer sind und die Notwendigkeit der Aktion betonen. Außerdem stellen sie sinnvolle Stufen einer Eskalation dar: ist eine Rechnung hereingekommen, wird man sie in der Regel zuerst bezahlen wollen. Lässt man sie für einige Tage liegen, sollte man sie langsam bezahlen, um eine Mahnung zu vermeiden. Ist diese aber ebenfalls hereingeflattert, muss die Rechnung bezahlt werden, wenn man auf Inkasso oder ein Mahnverfahren keine Lust hat.

Das zweite Beispiel “Urlaub” spricht mir gerade aus der Seele: steigt die Arbeitslast, will man mal ein paar Tage frei nehmen. Spätestens, wenn sich negative Auswirkungen bemerkbar machen, sollte man wirklich einen Urlaubsantrag stellen. Wird dennoch der gesunde Bereich der Belastung überschritten, muss eine Pause sein.

In diesem Sinne: ein schönes Wochenende!

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