Im Artikel “Betriebsam vs. Produktiv” im Toolblog wird auf Brad Bollenbach verwiesen, wie er den Unterschied zwischen “betriebsam” und “produktiv” herausarbeitet: Viele Menschen fallen zwar durch Aktivität und Wirbelei auf, sind dabei aber in keiner Weise produktiv.
Hier Brads Kriterien, anhand derer wir Effekthascherei von Effektivität unterscheiden können:
| Betriebsam | Produktiv |
|---|---|
| Es muss selbst gebaut sein. | Man kann auch Vorhandenes wiederverwenden. |
| Es ist “elegant” und “ausbaufähig”. | Es funktioniert. |
| Beantwortet E-Mail innerhalb von Minuten. | Beantwortet E-Mail innerhalb weniger Tage. |
| Fertig. Zielen. Zielen. Zielen. | Fertig. Schuss. Zielen. |
| Sucht den Konsens. | Ermutigt zu kreativer Selbstverwirklichung. |
| Schreibt eine ausführliche Spezifikation. | Baut einen Prototyp. |
| Sieht beschäftigt aus. | Sieht unbeschäftigt aus. |
| Macht den Chef glücklich. | Macht den Kunden glücklich. |
| Macht die Arbeit bis zum Abend fertig. | Macht die Arbeit morgen fertig. |
| “Was können wir hinzufügen?” | “Was können wir weglassen?” |
| “Wie sollen wir es verbessern?” | “Müssen wir das verbessern?” |
| Betrachtet Werkzeuge als Wettbewerbsvorteil. | Betrachtet Kunde-Rockt-Wie-Sau als Wettbewerbsvorteil. |
| “Erst mal alle nach Feedback fragen.” | “TU ES.” |
Januar 17th, 2009 at 22:08
Hallo,
im Moment hast du nur 13 Gründe aufgeführt. Macht den Chef glücklich ist doppelt.
So wie ich das sehe sind hier doch ein paar Punkte branchenspezifisch.
Ich “verkaufe” hier auch Optik, es funktioniert reicht also, mir zumindest, nicht.
Macht den Chef glücklich….
Kann ich in einem Dienstleistungsbetrieb einen Chef glücklicher machen, als einen zufriedenen Kunden zu präsentieren?
Müssen wir was verbessern…..
Heißt Stillstand nicht Abstieg?
Ob ein(e) Betrieb/Abteilung betriebsam oder produktiv arbeitet, entscheidet sich ganz oben.
Bei einem Vorstellungsgespräch ist die erste Frage die ich mir stelle:
Wie passt der/die Bewerber(in) ins Team.
Für mich kommt diese Frage vor der Qualifikation.
Nur in einem guten Team, dass an einem Strang zieht ist ein produktives Arbeiten möglich.
Nur hier können neue Ideen entstehen, die einen Betrieb nach vorne bringen oder dort halten.
Januar 18th, 2009 at 12:03
[...] 14 Unterschiede zwischen betriebsam und produktiv [...]
Januar 18th, 2009 at 15:25
Hi Norbert, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar!
Ich habe den doppelten Eintrag gelöscht.
Bei “Macht den Chef glücklich” geht es ja nicht um das Ergebnis, sondern um die Motivation. Wenn ich nur so arbeite, damit der Chef Ruhe gibt, wird das nicht zwangsläufig den Kunden zufriedenstellen. Und manchmal führt der Weg, den der Chef bevorzugt, nicht zur optimalen Kundenzufriedenheit. Da ist schon wichtig, für was man sich entscheidet.
“Stillstand ist Rückschritt” ist eine pauschale Redensart, die nicht immer passt. Wieso entscheiden sich denn so viele Windows-XP-Anwender gegen das Upgrade zum rundum verbesserten Vista — und damit für den Stillstand?
Deine Sicht auf Teams und Einstellungen teile ich komplett. Fertigkeiten kann man trainieren, Talente wie Team-Kompatibilität so gut wie nicht.
Januar 19th, 2009 at 11:40
Wenn “Fertig. Schuss. Zielen.” bei produktiv gewollt ist, dann verstehe ich es nicht. Für mich sollte es “Fertig. Zielen. Schuss.” heissen.
Januar 21st, 2009 at 09:30
Hi Dirk,
ich hab auch zweimal hingeschaut, aber das ist die Reihenfolge im Original!
Vermutlich will der Autor damit sagen, dass spontanes Handeln auf Basis von existierendem Wissen und Erfahrung, ergänzt durch eine Nachbetrachtung, trotz des Fehlerrisikos immer effektiver und produktiver ist als “Sorgfalt”, die über das Zielen nicht hinauskommt.
Januar 21st, 2009 at 13:38
Ok, verstehe, das würde ich tatsächlich genauso sehen. Das “neuronale Netz” muss funktionieren.