Kampf der Prokrastination
Aufschieberitis ist für viele ein Problem, denn sie hindert einen nicht nur daran, die eigenen Aufgaben erledigt zu bekommen, sondern sie wirkt auch nach über den Frust und die Schuldgefühle, die sie verursacht.
Folgerichtig ist der Artikel “11 Causes and Cures for Procrastination” unter “Stressmanagement” abgelegt. Wer den Hang zur Prokrastination nicht einfach als Charaktereigenschaft abhaken will, findet hier die folgenden Hinweise auf mögliche Ursachen und Lösungsansätze:
- Angst vor komplizierten Aufgaben: Zerlege große Aufgaben in kleinere Teile. Vollende eine Start-Aufgabe, egal wie klein sie sein mag.
- Furcht vor Unperfektion: Akzeptiere, dass Perfektion selten erreicht werden kann und ebenso selten nötig ist. Du bist ein Mensch, kein Roboter. Wende so oft wie möglich die 80/20-Regel an.
- Unschlüssigkeit: Ermittle deine Entscheidungs-Kriterien, dann setze dir ein Ultimatum für die Entscheidung. Bitte einen Freund, dich zur Verantwortung zu ziehen.
- Verschwommene Prioritäten: Unterscheide Verpflichtungen von Optionen. Wofür bist du wirklich verantwortlich? Erstelle eine Aufgabenliste mit Prioritäten.
- Langweiliges Kleinzeug: Automatisiere einfache Routineaufgaben so weit wie möglich.
- Mangel an Fokus: Minimiere Ablenkungen. Schau nur zwei Mal am Tag (statt alle 5 Minuten) nach E-Mails und Voicemail. Such dir einen ruhigen Raum, in dem du dich konzentrieren kannst. Widerstehe dem Drang, Pausen einzulegen.
- Unordnung: Räume deinen Arbeitsplatz auf. Lege Werkzeuge und Hilfsmittel dorthin, wohin sie gehören, damit du sie findest, wenn du sie brauchst.
- Faulheit: Mache dir die Konsequenzen von Prokrastination bewusst. Wehre dich gegen die Verlockung, einfach abzuhängen. Verschaff dir das Gefühl, etwas erreicht zu haben, indem du kleinere Aufgaben zu Ende bringst. Belohne dich.
- Fehlende Energie: Sorge für regelmäßigen Schlaf. Ernähre dich gesund. Treibe Sport. Überspring nicht das Frühstück.
- Startschwierigkeiten: Liste heute die Aufgaben auf, die du morgen erledigen willst. Mit dieser Liste kannst du sofort loslegen.
- Verdauungsstarre: In ähnlicher Weise kannst du vor dem Mittagessen die Aufgaben festlegen, die am Nachmittag dran sind. Vermeide schweres Essen.
Fehlt noch ein nützlicher Tipp? Liebe Leser, wie haltet ihr die Aufschieberitis im Zaum?
Dieser Artikel wurde von Jochen am Donnerstag, 28. Mai 2009, um 13:18 veröffentlicht und unter Organisation abgelegt.
Du kannst selbst einen Kommentar schreiben oder von deiner Website einen Trackback schicken.
Du kannst die Kommentare auf den Artikel als RSS 2.0 Feed abonnieren.
Was meinen Sie zu diesem Thema?
Mai 28th, 2009 at 13:31
Mein Tipp: Beginne den Tag mit einer Aufgabe, die Dir Spass macht. Weil man sich so erstens auf den Arbeitsbeginn freut, zweitens bald was erledigt und ‘in den Händen hat’ und drittens gut in den Arbeits’flow’ findet.
Mai 29th, 2009 at 08:37
Für mich ist es hilfreich, den Tag mit einer Aufgabe zu beginnen, die ich lieber aufschieben würde. So habe ich jeden Tag schon am frühen Morgen ein Erfolgserlebnis und es sammelt sich kein “Berg” an.
Juni 8th, 2009 at 13:11
Stimme Thomas zu, das ist durchaus ein wichtiger Aspekt beim “Aufwachprozess”
Unsicher bin ich mir bei dem Punkt “Widerstehe dem Drang, Pausen einzulegen”. Die sog. Pomodori-Technik ( siehe http://www.pomodorotechnique.com ) basiert zum Beispiel genau auf der Idee, möglichst viele Pausen zu machen.
Juni 8th, 2009 at 13:21
@Alex: Das Pause-Machen steht ja unter der Überschrift “Fehlender Fokus”. Gemeint ist also nicht das wirklich wichtige Gehirn-Lüften zwischen den Aufgaben, sondern das “Ooooch nee… Mmmmh… Wie geh ich das jetzt an… Pfff… Ich hol mir erst mal nen Kaffee.”
Nicht, dass ich jetzt aus eigener Erfahrung schreibe.
Juni 29th, 2009 at 15:52
Ich hatte auch große Probleme mit der “Sucht des Aufschiebens von Tätigkeiten”. Aber schon lanage vor diesen Zeielen, begann ich zu merken, daß, wenn ich sozuagen den Tage in Module zerlege, mir das Arbeiten zu Hause wesentlich leichter fällt u. damit auch eine Motivation verbunden ist.
Oktober 16th, 2009 at 21:22
Mir hilft eine Negativliste der Dinge, die ich machen muss, um mich selbst zu sabotieren. Ganz nach dem Motto: “Erkenne Deinen Feind!” So bin ich besser vorbereitet, wenn ich wieder mit dem prokrastinieren beginne.
@Thomas und Monika: In seinem Buch “Eat that Frog” plädiert Brian Tracy dafür die unangenehmen Aufgaben – den Frosch – gleich zu allererst zu erledigen.