Eine GTD-Webanwendung (ver)heißt Nirvana

Mittlerweile gibt es eine Reihe ansprechend gestalteter und effizient zu bedienender Desktop-Anwendungen für mehr Produktivität. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist Things. Leider gibt es die Software nur für Mac-Anwender, und auch für die natürlich nur auf den Rechnern, auf denen sie installiert ist.

“Getting Things Done”-Anwendungen im Web hingegen kann man von jedem Browser der Welt aus nutzen. Ihr Design und Bedienungskonzept lässt leider oft zu wünschen übrig. Dass das auch anders geht, zeigt Nirvana.

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Der Newcomer unter den GTD-Umsetzungen ist momentan im geschlossenen Betatest und deshalb nur mit Einladungscode zugänglich. Er zieht alle Register moderner Webanwendungen, um eine ansprechende und flüssig zu bedienende Benutzerschnittstelle zu schaffen. Platzhirsche wie Remember The Milk, aufgepasst!

Nach dem Login präsentiert sich Nirvana in einem aufgeräumtem Layout, das frappierend an Things erinnert. So findet sich in der linken Seitenleiste außer dem Eingangskorb (“Inbox”) und den Sektionen für Projekte, geparkte Aufgaben (“Waiting”) und Aufgaben mit bestimmtem (“Scheduled”) und unbestimmtem Termin (“Someday”) auch die Liste der heute zu erledigenden Aufgaben (“Today”). Rechts wird der jeweils aktive Ausschnitt der Aufgabensammlung dargestellt.

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Wer die Handhabung von Mac- und iPhone-Anwendungen gewohnt ist, findet sich in Nirvana sofort zurecht. Ich habe den Eindruck, dass man sich beim kanadischen Hersteller PeopleLikeUs gesagt hat: “Lieber Gutes kopieren als Schlechtes erfinden.” Und am Ergebnis gemessen erweist sich das als eine schlaue Taktik. Alle Arbeitsschritte der Aufgabenverwaltung sind hier schnell erledigt — schließlich geht es darum, mit der knappen Zeit möglichst produktiv umzugehen. Schon bei der Erfassung neuer Aufgaben wird das beherzigt, indem sie durch die Eingabe des Aufgabentitels eingeleitet wird. Das anderswo notwendige Klicken eines “New”-Buttons bleibt dem Anwender erspart.

Wenig überraschend können Aufgaben in Nirvana neben Titel und Beschreibung noch mit einem Startdatum und einem Endtermin sowie mit Stichworten (“Tags”) versehen werden. Über diese Tags erfolgt auch die Zuordnung einer Aufgabe zu denjenigen Kontexten, in denen sie sinnvoll bearbeitet werden kann. Weil das GTD-System auf Prioritäten verzichtet und die nächste anzupackende Aufgabe dynamisch nach gerade passendem Zeit- und Energieaufwand ausgewählt wird, sieht Nirvana auch Angaben für diese beiden Kriterien vor.

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So entstehen schnell die dem GTD-System zugrunde liegenden Listen von Aufgaben, die einfach per Ziehen an der gepunkteten “Greiffläche” geordnet werden können. Mit einem Mausklick kann eine Aufgabe für den heutigen Tagesplan vorgemerkt und nach ihrer Erledigung abgehakt werden.

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Auch wer gern mit der Tastatur arbeitet, kommt bei Nirvana auf seine Kosten. Für die Anwender von Smartphones und Tablets hält Nirvana angepasste Bildschirm-Layouts bereit; die bei Desktop-Anwendungen nötige (und oft lästige) Synchronisation entfällt hier natürlich komplett. Fairerweise muss dabei auch erwähnt werden, dass eine Möglichkeit zum Offline-Arbeiten bislang fehlt.

Alles in allem bin ich beeindruckt, wie effizient das Arbeiten in Nirvana vonstatten geht. Diese Webanwendung hat das Zeug dazu, eine der führenden Anwendungen auf dem GTD-Markt zu werden. Dabei wird natürlich auch die Preisgestaltung eine Rolle spielen, denn Nirvana wird nach dem Ende der Testphase nur in einer Basisvariante kostenlos bleiben.

Zum Schluss frage ich mich lediglich noch, ob es wohl mit ein wenig mehr Kreativität möglich wäre, den schalen Beigeschmack nach Plagiat zu beseitigen, der mich bei meinen Tests beschlichen hat.

Update 2010-08-27: Eine Offline-Funktion auf Basis von HTML 5 ist bereits in Arbeit.

5 Responses to “Eine GTD-Webanwendung (ver)heißt Nirvana”

  1. rebhuhn Says:

    das sieht super aus und hört sich nützlich an… bloß wo bekomme ich jetzt eine einladung her?? ;)

  2. Jochen Says:

    Probier mal den Invite-Code “LIFEHACK”. Ich weiß nicht, ob er noch aktiv ist.

    Gruß, Jochen

  3. rebhuhn Says:

    oh danke, mach’ ich. –> yay, ich bin drin :) . thx!

  4. Ulrich Riedel Says:

    Hallo,

    auch eine ansprechend gestaltete und einfach zu bedienende GTD Anwendung ist Organisemee.

    Nutzer können Aufgaben und Aufgabenlisten erstellen, Aufgaben nach Terminen und Prioritäten sortieren.

    Außerdem gibt es eine umfangreiche Erinnerungsfunktion (eMail oder SMS) sowie die Möglichkeit, Aufgaben an andere zu delegieren.

    Viele Grüße. Ulrich

  5. Andreas Says:

    Meine GTD Lösung basiert auf einer WordPress Instanz. Warum? So habe ich die volle Kontrolle, brauche keinen “Java” Webspace, nur php und MySql und da ich WP schon redaktionell einsetze auch nur noch eine Multisite Instanz.

    Hier gibt es ein Beispiel:

    http://www.zeitformat.de/index.php/computer-blog/177-gtd-mit-wordpress.html

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