Lifehacks

Auf Ziele zuarbeiten

on November 18th, 2010 by Jochen

“Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.” Dieses Zitat von Michel de Montaigne trifft auf alle Aspekte des Lebens zu. Erst wenn wir wissen, wohin die Reise gehen soll, können wir uns auf dieses Ziel ausrichten, den Weg beginnen und unterwegs immer wieder prüfen, ob eine Kurskorrektur notwendig ist. Deshalb soll es in diesem Eintrag um Ziele gehen.

Für eine Neuorientierung gibt es zwei Ansätze: einen schweren und einen leichten.

Die schwere Variante besteht darin, das Ruder komplett herumzureißen und auf einen Schlag große Umwälzungen in Gang zu setzen. Dieser Ansatz wird oft von Menschen gewählt, die wichtige Veränderungen immer wieder vor sich her geschoben haben und plötzlich, zum Beispiel durch einen Herzinfarkt, deren dringende Notwendigkeit erkennen. Ich will gar nicht lästern, denn ich kenne diese Art der Neuorientierung aus eigener Erfahrung. Zum Beispiel habe ich nach meinem Studium meine Finanzen so lange vernachlässigt, bis mich meine Bank in freundlichem, aber bestimmtem Ton zu einem Gespräch einlud, um mit mir die Ziele meiner Rückzahlungen zu besprechen.

Heute ist mir der leichte Ansatz lieber. Er besteht darin, in kurzen Abständen behutsame Kurskorrekturen vorzunehmen. Die japanische Sprache kennt dafür ein eigenes Wort: “kaizen”. Über die Lean-Manufacturing-Bewegung hielt es auch in die Geschäftswelt Einzug und bezeichnet mittlerweile weltweit das Konzept der kontinuierlichen Verbesserung auf allen Ebenen eines Unternehmens.

Dieses Prinzip der kleinen Schritte hilft, den größten Feind der Veränderung in Schach zu halten: die Angst. Große Umwälzungen rufen sofort bei den Betroffenen Widerstand und Beharrungskräfte auf den Plan. Kleine Korrekturen hier und da hingegen sind einfach zu nehmen, liefern schnelle Ergebnisse und zeigen Alternativen für die nächsten Schritte auf.

Wie schon eingangs erklärt, ist dabei wichtig, definierte Ziele zu haben, auf die alle Korrekturen ausgerichtet sind. Solche Ziele können wir für alle Aspekte des Lebens definieren:

  • Finanzen
  • Karriere, geschäftliche Ziele
  • Freizeit, Familie
  • Gesundheit, Erscheinungsbild
  • Beziehungen (Geschäftspartner, Freundschaft, Ehe)
  • Persönliches Wachstum (Weiterbildung, Spiritualität)
  • Dinge bewegen (Soziales Engagement, Träume verwirklichen)

Für jeden dieser Aspekte können wir ein oder mehrere Ziele definieren, indem wir zunächst Inventur halten, was uns im jeweiligen Bereich wichtig ist. Aus diesen Erkenntnissen leiten wir dann klare, messbare Ziele sowie konkrete Maßnahmen ab.

Nehmen wir als Beispiel den ersten Bereich, “Finanzen”. Angenommen, mir ist es wichtig, finanziell auf stabilen Beinen zu stehen und kurzfristige Rückschläge gut überstehen zu können. Dann könnte ein messbares Ziel lauten: “Bis Ende dieses Jahres werde ich einen Notgroschen in Höhe von X Euro zur Seite legen.” Und die passende Maßnahme: “Dazu überweise ich jeden Monat Y Euro auf ein Tagesgeldkonto.” Viele mögen sich auch mit dem Thema “Gesundheit” identifizieren: “Bis Ende des Jahres werde ich mein Gewicht auf 85kg verringern. Dazu werde ich mindestens zwei Mal in der Woche das Fitnessstudio besuchen und Bier nur noch während der Sportschau1 trinken”.

Und dieses Ziel schreibe ich dann, zusammen mit den Maßnahmen zu seiner Erreichung, auf. Das ist die wichtigste Handlung, um ein Ziel zu erreichen! Aufschreiben: mindestens das Ziel und am besten auch die konkreten Schritte, die mich ihm näher bringen. Schwarz auf weiß (oder grün auf schwarz, falls man dafür lieber WordStar einsetzt) dokumentiert, kann ich mir meine Ziele immer wieder unverfälscht vor Augen führen, wie ich sie ursprünglich definiert hatte.

Noch stärker wird ein Ziel, wenn ich es öffentlich mache. Es muss ja nicht gleich eine Anzeige in der FAZ sein. Es reicht schon, eine Freundin, einen Berater oder Lebenspartner hinzuzuziehen, denen ich mitteile, welches Ziel mir wichtig ist. So gewinne ich Mitstreiter, die mir helfen können, auf Kurs zu bleiben. Außerdem baut sich dabei ein bisschen Druck auf, was manchmal auch ganz gut ist. Auch Social Media kann dafür eine Plattform sein: Für das “Berichten über die eigene Gewichtsentwicklung im Web” hat sich schon vor Jahren ein kürzerer Begriff eingebürgert: “Fatblogging”.

Wenn ich aus leidhafter Erfahrung befürchten muss, dass ich mich gern an entscheidenden Stellen aus der Affäre ziehe und schnell eine triftige Ausrede für Kursabweichungen zur Hand habe, dann kann ich mich dem Freund, Berater oder Partner gegenüber auch zur Rechenschaft verpflichten. Ich lege nicht nur offen, was ich gern erreichen möchte, sondern auch, welche Maßnahmen ich ergreifen werde, um meinem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen. Wichtig ist dabei, von Anfang an konkret zu sein: Was werde ich tun? Wann werde ich es tun? Wie erhält mein Rechenschafts-Partner Einblick in meine Fortschritte? Dann beginnt ein Kreislauf aus Berichterstattung, Analyse der Fortschritte und daraus abgeleiteten Entscheidungen, der mich schließlich zum Ziel führt. Nicht umsonst ist das die Standardmethode im professionellen Coaching.

Manchmal kann es auch passieren, dass ich mich bewusst entscheide, mein Ziel nicht zu erreichen. Vielleicht haben sich die Umstände geändert, vielleicht hat das Ziel mittlerweile seinen ursprünglichen Sinn für mich verloren. Kein Problem. Es ist besser, schon nach einem Stück des Weges zu erkennen, dass er für mich nicht mehr der richtige ist, als große und vielleicht sogar schmerzhafte Umwälzungen durchzustehen und erst dann zu erkennen, dass sie sinnlos waren.

Zum Schluss fasse ich zusammen, was wichtig ist, wenn wir Veränderungen bewusst und zielsicher herbeiführen wollen:

  1. Definiere Ziele. Formuliere sie messbar und konkret, damit du jederzeit erkennen kannst, wie weit sie noch entfernt sind und ob du noch auf dem richtigen Weg bist.
  2. Definiere Maßnahmen. Formuliere sie ebenfalls messbar und konkret: Was ist wann zu tun?
  3. Verpflichte dich anderen gegenüber zur Rechenschaft und ziehe ggf. jemanden hinzu, der dich in der Rolle eines Coachs auf deinem Weg begleitet.
  4. Prüfe regelmäßig, ob deine Ziele für dich immer noch den gleichen Wert haben wie am Anfang. Ersetze sie ggf. durch neue, sinnvollere Ziele.

Wie sehen eure Erfahrungen mit Zielen aus? Was hilft euch, den richtigen Kurs zu finden und beizubehalten?


  1. Die Sportschau gibt’s noch, oder? Ich habe schon lange keinen Fernseher mehr… ↩

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Meetings verkürzen mit der Besprechungskosten-Uhr

on May 19th, 2010 by Jochen

Schon oft habe ich es erlebt, wie Teilnehmer nach einer mehr oder weniger fruchtlosen Besprechung mal kurz überschlugen, was diese Zusammenkunft dem Unternehmen in etwa an Kosten verursachte. Es ist gut, sich diese Gedanken zu machen, denn Zeit ist hier wirklich Geld. Nur ist es im Nachhinein zu spät!

Früher setzt die Besprechungskosten-Uhr an, auf die ich über Gerald Hensel gestoßen bin:

meeting-cost-calculator-clock.jpg

Man stellt sie einfach zu Beginn einer Besprechung auf den Tisch und gibt die Anzahl der Teilnehmer sowie deren durchschnittlichen Stundensatz ein. Ein Druck auf den beleuchteten Knopf startet den Kostenzähler. Er erinnert alle Teilnehmer daran, dass es nicht nur Zeit und Nerven spart, sich kurz zu fassen und auf ein konkretes Ergebnis hinzuarbeiten.

Das Gerät trägt den Namen “Bring TIM!®”, wobei “TIM” für “Time Is Money” steht, und ist auf http://www.bringtim.com/ erhältlich.

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16 Wege in einen guten Tag

on October 27th, 2008 by Jochen

Es ist mal wieder Montag. Ich bin heute morgen einigermaßen wach aus dem Bett ins Bad gekrochen, hab mich frisch gemacht und angezogen, mein Müsli verdrückt und mich auf den Weg zur Haltestelle gemacht. Das ungewohnte Tageslicht, zusammen mit dem Kaffee vom Bäcker, hat mich immerhin stark genug angetrieben, diesen Blogeintrag zu schreiben. So richtig fit für den Tag werd ich wohl aber erst im Büro sein. Irgendwie macht das nicht so wirklich Spaß.

Es geht auch anders. Auf “The Coach Approach” erklärt Lora Banks in 16 Ways to Jumpstart Your Day, welche Routinen helfen, gut in den Tag zu starten:

  1. Treibe Sport. Du fühlst dich besser. Du siehst besser aus. Und mit der Zeit verbessert sich auch deine Gesundheit.
  2. Atme. Kräftig Durchatmen macht den Kopf frei und versorgt Hirn und Körper mit mehr Sauerstoff.
  3. Sei dankbar. Wertschätzung gibt Auftrieb.
  4. Durchbrich die Routine. Bring dein Hirn auf Trab, indem du einfach mal was anders tust als sonst.
  5. Fang am Abend vorher an. Geh die wichtigsten Dinge durch, um die du dich morgen kümmern willst. Dein Unterbewusstsein fängt schon mal damit an.
  6. Plane. Wenn du den vorigen Punkt nicht beherzigt hast, mach einen Plan für heute. Mach dir Notizen der Dinge, die heute deine Aufmerksamkeit brauchen.
  7. Meistere deine E-Mail. Öffne erst dein Postfach, wenn du für den Reaktions-Modus bereit bist. Sonst lenken dich die neuen Herausforderungen nur ab vom Hier und Jetzt.
  8. Arbeite bewusst. Kläre kurz mit dir selbst: Was willst du heute erreichen? Was willst du (er-)schaffen? Wie willst du dich fühlen? Welche Wirkung willst du in der nächsten Besprechung erzielen?
  9. Vorsätze. Wenn du sowas magst, lies sie leise, lies sie laut, sing sie — was auch immer dich in eine positive Stimmung versetzt.
  10. Zuneigung. Umarme deinen Schatz. Hab Sex, bevor die Kinder wach werden. Gib ihnen einen Abschiedskuss und sag ihnen, dass du sie liebst.
  11. Inspirierende Musik. Gib dir Schwung auf die Ohren. Oder sogar in den Körper und tanze ein bisschen.
  12. Natur. Wenn du das Glück hast, einfach ins Grüne zu kommen, geh ein bisschen spazieren oder genieß eine Tasse Kaffee auf der Terasse. Die Natur wirkt Wunder. Schon in wenigen Minuten.
  13. Lies. Heb dir die Zeitung für später auf und lies erstmal etwas Inspirierendes wie eine tolle Biographie, Erfolgsgeschichte oder einen spirituellen Text. Ein paar Seiten reichen.
  14. Iss dein Müsli. Ein gesundes, vollwertiges Frühstück gibt eine gute Basis für den Tag. Auch wenn du gar nicht hungrig bist — schon ein Apfel bringt den Stoffwechsel in Gang.
  15. Selbstpflege. Meditiere. Reflektiere. Schreib ein persönliches Tagebuch.
  16. Folge deinem natürlichen Rhythmus. Wenn du jemand bist, der etwas Zeit zum Hochfahren braucht, dann gönn sie dir auch. Wenn du schon energiegeladen aufwachst, spring zunächst in die Jogginghosen und erst danach in den Anzug.

Frage an die Leser: Wie startet ihr in den Tag, was gibt euch den nötigen Kick?

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Aus einem laschen Tag einen produktiven machen

on September 15th, 2008 by Jochen

Mit dem Herbstwetter sinkt gelegentlich auch die Laune und Motivation. Ein paar Methoden, wie man einen unproduktiven Tag retten kann, zählt der Artikel Back To Work: How to Kickstart a Low-Productivity Day auf LifeHacker.com auf:

  • Herumspazieren. Egal ob im Büro, im Gebäude oder draußen. Irgendwo passieren immer positive Dinge, die den Geist wieder auf Trab bringen.

  • Einen Wecker stellen und während dieser Zeit an einer bestimmten Sache arbeiten. Nach 5, 10 oder 20 Minuten kann dabei ein Ergebnis herauskommen, das demonstriert, was Konzentration bringen kann. Vielleicht lässt sich das sogar wiederholen, aber zumindest eine Sache ist auf jeden Fall erledigt.

  • Ein gutes Arbeits-Buch aufschlagen und fünf Minuten lang lesen. Die Frage, wie sich das Gelesene auf eine aktuelle Aufgabe anwenden lässt, bringt oft überraschende Inspiration.

  • Sich an jemanden wenden, den man bewundert. Das Internet macht die Welt zum globalen Dorf, und überraschend viele bekannte Autoren, Blogger, Musiker usw. reagieren auf einen Kontakt.

  • Postkarten an zwei weiter weg wohnende Freunde verschicken. Diesen Punkt verstehe ich nicht ganz — damit soll man den eigenen Lebensort besser zu schätzen lernen?

Die diesen Tipps zugrunde liegenden psychologischen Prinzipien sind:

  • Wertschätzung der eigenen Umgebung
  • Befriedigung über eine gut erledigte Aufgabe
  • Verbunden-Sein mit Anderen

Also, wenns demnächst mal wieder neblig ist, draußen oder im eigenen Kopf, probiert mal den einen oder anderen Tipp aus!

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Kleine Helfer aus Papier

on January 13th, 2008 by Jochen

Es muss nicht immer digital sein. Oft genug hat man keinen Stromanschluss, kein WLAN und keinen Computer zur Verfügung. Papier und Stift sind dann immer noch eine bewährte und beliebte Lösung. Vor Jahren war ich von den Vorteilen Papier-basierter Organisation so überzeugt, dass ich meinen PDA gegen ein Zeitplanbuch ersetzt habe. Heute genieße ich wieder den Komfort, den mir iSync mit dem Nokia E61 bietet und Software wie iGTD oder Freemind. Dennoch trage ich unterwegs immer ein Notizbuch (ja, die Hype-Marke) mit mir herum, um mir schnell Notizen machen zu können.

Wer auf die analoge Unabhängigkeit Wert legt, muss nicht unbedingt ein teures Zeitplanbuch mit jährlichen Formularsätzen kaufen. Im Web finden sich interessante einfache Alternativen:

  • Fast ein Klassiker ist der Hipster PDA, den sich Merlin Mann vor einigen Jahren einfallen ließ. Dabei handelt es sich einfach um ein paar Karteikarten, die von einer Klammer zusammengehalten werden. Mehr braucht man nicht, um sich Notizen zu machen.
  • Mit dem Printable CEO, einer Sammlung nützlicher Formulare, hat sich David Seah einen Namen gemacht. Neben Kalender-Vorlagen enthält die Sammlung auch Formulare, die bei der Ziel- und Aufgabenplanung unterstützen.
  • Wer einen Kalender für 2008 auf kleinstem Raum benötigt, sollte sich den Thumb Calendar anschauen. Durch geschicktes Layout findet hier ein kompletter Jahreskalender auf einer Visitenkarte Platz.
  • Sehr interessant finde ich PocketMod: Hier kann man sich ein Minimal-Planbuch selbst zusammenstellen, ausdrucken und auf Hosentaschengröße falten. Für den Inhalt der sechs möglichen Seiten stehen verschiedene Notizblätter, Kalender, Organizer und Informationen zur Verfügung. Sogar ein Sudoku-Spiel für Fahrten oder langweilige Meetings kann eingebaut werden.

Und ihr? Verlasst ihr euch bei eurer Organisation komplett auf digitale Helfer oder greift auch ihr auf tote Bäume zurück? Wo und wie setzt ihr produktives Papier ein?

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