Lifehacks

Planen für das Ungeplante

on November 6th, 2007 by Jochen

In der IT gibt es das “Continuity Management” — die Planung von Abläufen zur Behandlung ungeplanter Störungen. Der Gedanke dahinter ist: Je weniger Improvisation nötig ist, um einem Notfall zu begegnen, desto schneller bekommt man ihn in den Griff und desto weniger Folgeschäden sind zu befürchten.

Die IT mag der erste Ort sein, wo man solche klar definierten Prozesse sucht (und immer noch zu selten findet). Aber was spricht dagegen, ein Incident Management auch für andere Bereiche des beruflichen und privaten Lebens einzurichten? Überall können unerwartet U-Boote auftauchen, und dann herumzurennen wie ein geköpftes Huhn wird die Situation garantiert nicht verbessern. Hier einige Beispiele für solche U-Boote:

  • Das Kleinkind hat gerade eine ganze Flasche Fischölkapseln aufgegessen.
  • Ein wichtiger Termin steht bevor und das Auto hat gerade den Geist aufgegeben.
  • Ein kurzfristiger Anlass erfordert eine kurze Reise, aber jemand muss sich um den Hund kümmern.

Wenn solche Ereignisse nicht in Stress ausarten sollen, ist Vorbereitung notwendig. Wir brauchen einen Plan B. Wir brauchen sogar viele B-Pläne. So, wie wir uns in der Schule Zeit nehmen mussten, um einen Feueralarm zu üben, brauchen wir jetzt etwas Zeit, um Abläufe und Informationen zu dokumentieren, die uns in Notsituationen helfen.

Hier einige Denkanstöße:

  • Eine gängige Empfehlung an Eltern kleiner Kinder ist, sich eine Liste wichtiger Telefonnummern bereitzulegen. So muss man nicht erst in Panik das Telefonbuch suchen, um Ärzte oder die Vergiftungs-Hotline zu suchen.
  • Im Vorfeld einer wichtigen Präsentation ist es sinnvoll, Vorkehrungen zu treffen, falls der Laptop den Geist aufgibt. Das könnten beispielsweise ein Ersatz-Laptop und eine Kopie der Präsentation auf einem USB-Stick sein.
  • Falls die Gefahr besteht, dass man kurzfristig verreisen muss, entlastet es, wenn man bereits eine Auswahl von Leuten hat, die bereit sind, sich um den Hund zu kümmern.
  • Erfahrungsgemäß ist es unklug, sich hundertprozentig darauf zu verlassen, dass das Gepäck zur selben Zeit den selben Urlaubsort erreicht wie man selbst. Ein Satz Unterwäsche und die Kreditkarte im Handgepäck könnte Abhilfe schaffen.

Am besten stellst du dir bei jeder Sache, die wichtig ist, die Frage: “Was kann schiefgehen?” Von der so entstehenden Liste ausgehend kannst du dir dann mögliche Reaktionen überlegen. So negativ zu denken mag unangenehm sein. Ich zum Beispiel bin Optimist durch und durch; ich denke nicht gern an Katastrophen. Aber noch weniger will ich gestresst sein. Einen Plan B zu haben hilft schon im Vorfeld, ruhiger mit einer wichtigen Sache zu hantieren — ganz zu schweigen von dem Zeitpunkt, in dem das Zeug den Ventilator trifft.

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Wie man Spaß an der Arbeit behält

on November 2nd, 2007 by Jochen

Die Fähigkeit, auch die Dinge gut zu erledigen, die man nicht mag, ist unabdingbar für Erfolg.

Diesem Satz von Donald Latumahina auf LifeHack.org findet meine volle Zustimmung. Wenn ich Bewerbungen sichte, gebe ich zwar mehr auf die praktischen Ergebnisse als auf die Noten im Abschlusszeugnis, aber irrelevant sind diese Noten auch wieder nicht: sie zeigen nämlich auch, ob der Bewerber (Bewerberinnen sind leider das vierblättrige Kleeblatt der IT) bereit ist, sich auch mal mühsam durchzubeißen. Das gehört einfach zur Realität dazu — in jeder Branche.

Donald gibt in seinem englischsprachigen Artikel gute Tipps, wie man die dazu nötige Motivation erzielen kann. Ich gebe sie hier gern auf Deutsch weiter, denn sie passen sehr gut zu meiner Einstellung zur Arbeit und ich kann sie aus eigener Erfahrung bestätigen.

Schau auf den langfristigen Nutzen.

Wir sehen eine ungeliebte Angelegenheit oft nicht als Teil einer größeren Sache, die uns später von großem Nutzen sein wird. Sobald wir uns den bewusst machen, wird’s leichter.

Finde heraus, was du daraus lernen kannst.

Aus den meisten Erfahrungen kann man etwas lernen. Wenn wir davon gerade nichts sehen, konzentrieren wir uns vielleicht zu sehr auf die negativen Aspekte.

Stell dir vor, dass du es für jemanden tust, den du liebst.

Liebe ist eine mächtige Quelle für Motivation. Plötzlich packen wir selbst die langweiligsten Dinge an und haben sogar Spaß dabei.

Genieße die Interaktion mit Anderen.

Spaß kommt nicht allein von der Aufgabe selbst, sondern von der Interaktion mit den anderen Beteiligten. Selbst wenn die Aktivität selbst nicht gerade der Bringer ist, kann Kooperation reiche Erfahrungen vermitteln. Das ist auch ein Grund, warum dir Spaß macht, was du tust.

Denke und sage Positives.

Je mehr du denkst oder gar aussprichst, dass du eine Aktivität nicht magst, desto geringer wird die Chance, doch Spaß dabei zu haben. Die obigen Punkte helfen dabei, positive Dinge zu finden, die man denken und über die man sprechen kann. Sei es der langfristige Gewinn, der daraus entsteht, oder die nette Zusammenarbeit mit Leuten. Konzentriere dich auf diese positiven Dinge; denke und sage nie etwas Negatives.

Triff dich mit leidenschaftlichen Leuten.

Vielleicht hast du nicht immer den Luxus, aussuchen zu können, mit dem du zusammenarbeitest. Aber wo immer es geht, solltest du positiv eingestellte Leute zusammensuchen. Wähl die Leute aus, von denen du weisst, dass sie Leidenschaft für die betreffende Aufgabe entwickeln. Diese Leidenschaft steckt an und du kannst daraus Energie ziehen, selbst eine positive Einstellung zu bewahren und Spaß an der Aufgabe zu haben.

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Getting Blogs Done

on Oktober 20th, 2007 by Jochen

Unter diesem Titel habe ich heute einen Vortrag beim BlogCamp Switzerland in Zürich gehalten. Dabei ging ich darauf ein, wie ich das “Getting Things Done”-Konzept auf das Bloggen anwende.

Peter Hogenkamp hat eine Kurzfassung des Vortrags live gebloggt. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich WoW nur aufgrund seiner Publikumswirksamkeit als mein “soziales Leben” bezeichnet habe. ;-)

Die Folien zu meinem Vortrag “Getting Blogs Done” können Sie hier herunterladen.

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Warum Aufschreiben wichtig ist

on Oktober 18th, 2007 by Jochen

In meinen Seminaren für Software-Entwicklung empfehle ich dringend, die Dinge, die man sich bei komplexeren Konstrukten gedacht hat, in Kommentaren zu dokumentieren. Zu schnell vergisst man, warum man sich für den jeweils vorliegenden Ansatz entschieden hat und muss sich später erst wieder mühsam hineindenken. Aufzeichnungen senken hier den Aufwand und die Fehlerquote.

In meinem Vortrag über Getting Things Done habe ich zudem hervorgehoben, dass es sehr wichtig ist, alles aus dem Kopf zu bekommen, was wir noch anpacken müssen. So kann das Gehirn alle seine grauen Zellen auf die Aufgabe ansetzen, mit der wir uns gerade auseinandersetzen. Ich hatte schon immer Schwierigkeiten, mir spontan Dinge zu merken — eine Ablenkung und sie sind weg. Seit ich mir deshalb angewöhnt habe, mir alles Wichtige aufzuschreiben, muss ich weit weniger um Entschuldigung für meine Verpeiltheit bitten als früher.

Mein Notizbuch und Stift begleiten mich fast überall hin. So kann ich alles festhalten, was gerade noch flüchtig durch meinen Kopf geistert. Damit gehören für mich Stirnrunzler wie “Was wollte ich Marko noch fragen?”, “Wo war dieser Laden nochmal? Ich bin mal mit der Straßenbahn dran vorbei gefahren…” oder “Da war doch was, das ich noch mit meinem Team besprechen muss…” fast komplett der Vergangenheit an.

Aus diesen Erfahrungen heraus haben mich die Gründe, die das Positivity Blog für das Aufschreiben von Aufgaben, Gedanken und anderen Dingen anführt, sofort angesprochen:

  1. Aufgeschriebene Ziele werden wichtig: Ein niedergeschriebenes Ziel schafft Klarheit und Fokus, gibt Ihnen eine Richtung.
  2. Verzetteln verhindern: In unserem Wust von Aufgaben verlieren wir schnell die wichtigen Dinge aus den Augen. Eine schriftliche Notiz mit der Frage “Ist das wirklich von Nutzen?”, an prominenter Stelle angebracht (auf Papier, einem Bildschirmschoner oder einem anderen Programm), kann Sie unter Umständen wieder auf die richtige Spur bringen.
  3. Den Arbeitsspeicher säubern: Wie ich schon oben sagte, entlastet Aufschreiben das Gehirn. Das ist einer der wichtigsten Gründe, sich Dinge aufzuschreiben. Das ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern macht auch das Leben leichter.
  4. Klareres Denken: Sie können nicht viele Gedanken gleichzeitig im Kopf behalten. Wenn Sie bei der Auseinandersetzung mit einem Problem ihre Gedanken, Fakten und Gefühle aufschreiben, brauchen Sie sich keine Sorgen mehr zu machen, sie zu vergessen. Statt dessen können Sie sich mit klarem Kopf auf die Lösung des Problems konzentrieren.
  5. Gedanken-Tagebuch: Es ist faszinierend, nach einiger Zeit nachzulesen, wie man zu einer bestimmten Zeit gedacht hat. Eventuell sehen Sie dabei, wie Sie sich im Laufe der Zeit verändert haben.
  6. Festhalten Ihrer positiven Eigenschaften: Liest man das, was man einst geschrieben hat, ist man gelegentlich überrascht, wie clever man war. Ein schriftliches Archiv könnte ein gutes Mittel sein, sich Ihrer positiven Eigeschaften zu erinnern.
  7. Den Fokus auf das Wesentliche nachhaltig bewahren: Auch langfristige Ziele kann man durch Gedächtnisstützen im Blick behalten. Zum Beispiel mag es sein, dass Sie sich für recht gesund halten, aber beim Lesen Ihres Tagebuchs feststellen, dass Sie diesen Monat nur viermal Laufen waren [Oh oh. Die Red.]. So können Sie Probleme frühzeitig erkennen und langfristig auf Kurs bleiben.
  8. Sich selbst besser kennenlernen: Beim Lesen könnten Sie zum Beispiel feststellen, dass, obgleich Sie sich gerade als recht positiv gestimmt einschätzen, Sie sich in letzter Zeit nur noch negativ über Ihren Beruf oder eine Beziehung ausgelassen haben. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass Sie sich selbst, Ihre Arbeit oder Beziehung nicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt haben. Manches kann beim Lesen klarer werden.
  9. Ihre Fortschritte festhalten: Ob Sie Sport treiben oder in Aktien investieren — Ergebnisse schriftlich festzuhalten kann nützlich sein. Wenn Sie den Eindruck haben, nicht voranzukommen, können Ihnen diese Aufzeichnungen neue Motivation geben. Außerdem helfen sie Ihnen, aus Lösungen der Vergangenheit zu lernen und neuen Problemen rechtzeitig aus dem Weg zu gehen.

Ich geh dann mal laufen. :-)

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Der Weg zu gutem Schlaf

on Oktober 9th, 2007 by Jochen

Meine Freundin beklagt sich regelmäßig, dass ich einschlafe, kaum dass ich ins Kopfkissen eingeschlagen bin, während sie noch Ewigkeiten wach liegt. Tatsächlich fällt es nicht jedermann gleich leicht, einzuschlafen. Und zu wenig Schlaf ist gar nicht gut:

  • Zu wenig Schlaf erhöht die Gefahr von Übergewicht.
  • Schlaf macht resistenter gegen schwere Krankheiten.
  • Leute, die weniger als 5 Stunden pro Tag schlafen, sind deutlich anfälliger gegen hohen Blutdruck und Herzkrankheiten.
  • Schlafmangel verringert die Bildung von Hirnzellen.

Deshalb haben die Leute von Mahalo einen Ratgeber für erholsamen Schlaf zusammengestellt. Er ist in vier Abschnitte gegliedert:

  1. Das Schlafzimmer vorbereiten: Das Schlafzimmer sollte nach Möglichkeit nur zu diesem Zweck genutzt werden, damit man geistig aufs Schlafen eingerichtet ist. Ablenkungen sollten verhindert werden: die Uhr außerhalb des Sichtfelds, Geräusche von außen dämpfen (z.B. durch Ohrstöpsel oder auch einen Ventilator). Aufpassen sollte man außerdem, dass man die Bildung des wichtigen Botenstoffs Melatonin nicht durch Computerbenutzung, Fernsehen und helles Licht unterdrückt. Weil der Körper beim Schlafen abkühlt, stört auch ein warmer Schlafraum beim Einschlafen.

  2. Den Körper vorbereiten: Man kann den ganzen Tag darauf ausrichten, am Abend gut einzuschlafen: Regelmäßiges Aufstehen zur gleichen Zeit hilft, den Körper an einen Rhythmus zu gewöhnen. Nickerchen sind gesund, bei Koffein ist das eher unsicher. Beides sollte man jedenfalls rechtzeitig einstellen, um am Abend bereit für Morpheus’ Arme zu sein; Sport fördert diese Bereitschaft weiter. Je näher die Bettruhe kommt, desto mehr sollte man darauf achten, sie nicht durch Rauchen, Essen und Trinken zu sabotieren. Zum Schluss nehmen ein heißes Bad und Milch den Gang komplett raus.

  3. Bei Schwierigkeiten: Wenn’s trotzdem nicht klappt, seien ein langweiliges Buch oder ein Puzzle empfohlen. Auch hier gilt wieder, den Melatoninspiegel nicht durch helles Licht zu senken. Als letzten Ausweg zählt der Artikel Schlafmittel auf, aber die Empfehlung von Medikamenten würde ich auf jeden Fall dem beratenden Arzt vorbehalten.

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