Die “Aufschieberitis”, auch “Prokrastination” genannt, kennt jeder von uns. Und die meisten strengen sich auch an, sie zu besiegen — manche mehr, manche weniger erfolgreich. In seinem Artikel “20 Procrastination Hacks” gibt Autor Scott Young folgende Tipps, um diese Produktivitätsbremse in den Griff zu bekommen:
Gewöhne dich ans Gleich-Erledigen: Aufschieberitis ist eine Angewohnheit. Man kann sie sich also auch abgewöhnen. Das erfordert zwar einige Wochen Disziplin, danach wird es aber immer einfacher, seine Aufgaben gleich zu erledigen. Scott half es, sich ein Schild “MACHS GLEICH!” an den Rechner zu kleben und dieses zu lesen, wenn ihn mal wieder die Motivation zu verlassen drohte.
Erledige die wichtigste Aufgabe zuerst: Sich am Morgen sofort die wichtigste Aufgabe zu greifen und zu erledigen, noch bevor man sich in die E-Mails und RSS-Feeds stürzt, sorgt dafür, dass der schlimmste imaginäre Last gleich zu Beginn des Tages verschwindet.
Nimm dir nur 10 Minuten vor: Schwere Aufgaben verlieren ihren Schrecken, wenn man sich sagt, dass man sich ihnen nur 10 Minuten lang widmen wird. 10 Minuten sind nicht so schwer. Und hat man erst mal angefangen, kann aus den 10 Minuten durchaus auch mehr werden.
Zerlege Aufgaben in kleine Schritte: In ähnlicher Weise wie der vorige Tipp hilft die Salami-Taktik: eine Aufgabe, die man Häppchen für Häppchen erledigt, erscheint nicht mehr so riesig.
Liebe deine Aufgaben: Die Aufschieberitis schlägt dann zu, wenn einem die jeweilige Aufgabe nicht behagt. Suche dir einfach eine andere Aufgabe, die dir gerade besser liegt.
Arbeit gegen Pause 30:10: Beschränke das Erledigen auf 30 Minuten konzentrierter Arbeit und gönne dir 10 Minuten für E-Mails, Chat und Co. Ich nenne das “Disziplin per Eieruhr” und teile mir die Zeit in 20 Minuten Arbeit, 10 Minuten Internet und 5 Minuten Pause ein.
Setze dir Termine: Viele Leute brauchen ein Ultimatum, um in Gang zu kommen — manche sogar ein überschrittenes. Gib deinen Aufgaben also einen Erledigungstermin.
Öffentlichen Druck erzeugen: Leistungsdruck gegenüber Anderen kann das Ultimatum noch verstärken. Sag jemandem per E-Mail einen Termin für die Erledigung zu und bitte ihn/sie vielleicht auch, dich rechtzeitig davor nochmal anzusprechen.
Setze eine Belohnung aus: Schaffe etwas Vorfreude auf das Abhaken einer Aufgabe und verleihe der Sache etwas Angenehmes, indem du dir selbst eine Belohnung in Aussicht stellst.
Nicht erledigen ist eine Option: Wenn du dich innerlich gegen etwas sträubst, sollst du es vielleicht auch nicht tun. Manche Aufgaben kann man aussitzen. Oder der Auftraggeber legt plötzlich selbst keinen Wert mehr auf sie, wenn man ihn nochmals darauf anspricht.
Schalte um auf positives Denken: Denke an den Gewinn durch eine Aufgabe statt an die Hürden auf dem Weg. Suche nach deinem Motiv — nach dem, was dich motiviert.
Schalte Ablenkungen aus: Wo E-Mail, Instant Messaging und neue Twitter-Meldungen locken, hat die Aufschieberitis leichtes Spiel. Ausschalten, arbeiten.
Miss die Zeit: Halte dir sich selbst vor Augen, wie viel Zeit du verschwendest, indem du für eine Weile Buch darüber führst. So werden die Zeitfresser schnell aufgedeckt.
Bereite dich vor: Viele Aufgaben sind ohne Vorbereitung nicht zu schaffen. Lege dir die nötigen Werkzeuge und Materialien bereit, Tasse Tee dazu und dann los.
Besiege deine Angst: Welche Befürchtungen blockieren dich? Angst vor Versagen? Vor Kritik? Frage dich, was der schlimmste Fall ist, der eintreten kann. Bewusst darüber nachzudenken ist der erste Schritt dazu, die Angst in den Griff zu bekommen.
Lege dir einen Antreiber zu: Wenn du dich nicht selbst motivieren kannst, kann dir ja vielleicht ein Kollege oder Familienmitglied verbal in den Hintern treten, um dich in Gang zu bringen.
Warte bis zuletzt: Bring dich selbst in die Zwangslage, eine Aufgabe erledigen zu müssen, weil gerade noch ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Lege das Erledigen einer Aufgabe, die eine Stunde dauert, knapp eine Stunde vor den Termin.
Gezieltes Aufschieben: Setze einen dicken Brocken, der noch etwas Zeit hat, ganz oben auf die Liste, und andere wichtige Aufgaben darunter. Wenn du nun die erste Aufgabe “zunächst mal” aufschiebst, packst du automatisch die wichtigen Aufgaben an, die darunter stehen. Und wenn neue wichtige Aufgaben dazu kommen, verdrängen sie den dicken Brocken von der Spitze, sodass dieser dann auch erledigt wird.
Als Bonus erklärt Scott die “Prokrastiziplin”. Sie besteht aus drei Regeln. Regel Nr. 1: Du kannst Aufgaben nicht einfach ignorieren. Regel Nr. 2: Du musst sie auf eine Liste setzen, die du den Tag über immer wieder anschaust. Und Regel Nr. 3: Du musst deine Fortschritte jemandem mitteilen — wenn du keine gemacht hast, erkläre die Gründe dafür.
Mir persönlich gefällt der erste Tipp am besten. Es gibt gute und schlechte Angewohnheiten. Und man kann mit etwas Mühe und Struktur schlechte in gute umwandeln. Aufschieberitis ist da keine Ausnahme.
moreSchon der englische Begriff “work-life balance” ist bezeichnend: auf der einen Seite steht die Arbeit, auf der anderen Seite das “Leben” — als gehöre die Arbeit nicht zum Leben dazu. Eine ganzheitliche Sicht ist das sicher nicht. Ich bin der Meinung, dass die Arbeit genauso zum Leben gehört wie die Freizeit, die man allein oder mit anderen Menschen verbringt. Die Frage nach dem Anteil, den die Arbeit am gesamten Leben hat, ist allerdings berechtigt und auch wichtig. Zu ihrer Beantwortung ist in Bloggerkreisen kaum jemand berufener als Zen-Organisator Leo Babauta. In “10 Ways for a Web Worker to Achieve Work-Life Balance” gibt er uns folgende Hinweise, um das Ausufern der Arbeit zu vermeiden:
Nicht andauernd online bleiben: Das Büro durch mobile Geräte wie Blackberrys mit in die Freizeit zu nehmen nimmt dem “Feierabend” seinen Sinn und Nutzen. Und nicht nur die Freizeit wird besser, wenn Sie sich mal vom Internet trennen, sondern auch manche Arbeit.
Arbeit beschränken: Niemand kann rund um die Uhr arbeiten. Klare Arbeitszeiten helfen dabei, sich auf das zu konzentrieren, was gerade angesagt ist.
Dem Leben Priorität einräumen: Welche Dinge mögen Sie noch außer dem Arbeiten? Reservieren und nehmen Sie sich Zeit für sie, sonst haben geplante Arbeitszeiten nur halb so viel Sinn.
Kleine Aufgaben zusammenfassen: Wenn Sie eine ganze Reihe kleiner Aufgaben in einem Rutsch erledigen, ersparen Sie sich den jedes Mal neu nötigen Anlauf.
Tagesziele definieren: Machen Sie sich klar, welche ihrer vielen Aufgaben Sie heute erledigen wollen und können. So vermeiden Sie die Enttäuschung darüber, dass bis zum Ende des Arbeitstages einfach nicht alles erledigt werden kann.
Besprechungen und Kommunikation einschränken: Die Zeit, die Sie damit verbringen, fehlt Ihnen beim Bearbeiten Ihrer anderen Aufgaben.
Schwere Dinge zuerst erledigen: Beginnen Sie mit vollen Batterien, um die harten Brocken anzupacken und heben Sie sich die netten Sachen für den Schluss auf.
Entschleunigen: Weder die Arbeit noch die Zeit außerhalb sollten Sie im stressigen Express-Modus verbringen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Dinge gut zu erledigen und ihre angenehmen Seiten zu entdecken.
Zeit in Blöcke einteilen: Planen Sie angemessene Zeiträume für die verschiedenen Dinge ein, die Ihnen wichtig sind — in der Arbeit und in der Freizeit.
Standhaft sein: Lassen Sie sich nicht gleich von Ihren Plänen abbringen und haben Sie den Mut, auch mal “Nein” zu sagen.
Diese Hinweise mögen trivial und selbstverständlich erscheinen. Aber wenn ich mein Arbeitsleben kritisch betrachte, tut es gut, sie mir ins Gedächtnis zurückzurufen. Vielleicht geht es ihnen ja ähnlich? Schreiben Sie Ihre Erfahrungen als Kommentar auf diesen Artikel!
more“Wenn Sie von Sprachmenüs in den Wahnsinn getrieben werden, drücken Sie die 2. Geben Sie anschließend ihre zwanzigstellige PIN-Nummer ein und drücken Sie die Raute-Taste.” Immer mehr Firmen verwenden solche sprachgesteuerten Menüs in ihren Telefondiensten. Wer sich regelmäßig in dieser Hölle findet, muss starke Nerven mitbringen. Ein klein wenig Linderung kann aber der Tip “Using Dial Sequences to Automatically Enter PIN Code” schaffen:
Legen Sie häufig verwendete Zahlensequenzen einfach im Telefonbuch ab und schon kann das Telefon Ihnen die Arbeit abnehmen. Am Beginn des Sprachmenüs rufen Sie einfach den Kontakt ab, unter dem Sie die Sequenz abgelegt haben und lassen das Telefon die Nummer wählen.
Bei vielen Telefonen ist es auch möglich, Pausen in die Sequenz einzubauen, um Ansagen zu berücksichtigen. Bei S60-Telefonen wie der E-Serie von Nokia fügt man dazu durch dreimaliges Drücken der Stern-Taste ein “p” ein, wo das Telefon für eine Sekunde warten soll.
moreLeo Babauta ist eine unerschöpfliche Quelle von Tipps zu produktivem, aber ausgewogenen Leben. In seinem Artikel 20 Ways to Eliminate Stress From Your Life auf ZenHabits erklärt er, auf was man achten sollte, wenn man weniger an Stress leiden will.
Seine Schuhe selbst binden zu können gehört zu den Meilensteinen der Kindheit. Danach passiert zu diesem Thema bei den meisten nichts mehr. Auch für mich ist das Binden der Schuhe entweder etwas, über das ich nicht nachdenke, oder aber etwas, das mich extrem nervt. Zum Beispiel, wenn ich im Schuhladen erst mal mühselig die Schnürsenkel in einen Schuh einziehen muss, bevor ich ihn anprobieren kann. Dabei kann das Schuhe-Binden wirklich Spaß machen, sobald man vom Standard-Verfahren abweicht!

Auf der Turnschuh-Website Sneaker Freaker erklärt Ian Fieggen, der zu Recht den Beinamen “Professor Shoelace” trägt, 15 verschiedene Arten, wie man Schnürsenkel in Schuhe einziehen kann. Das Spektrum reicht von dem eher nüchternen “Sägezahn” bis hin zum zweifarbigen “Schachbrett” ohne sichtbaren Knoten.
Wer als Kopfarbeiter mal auf seine Füße aufmerksam machen möchte, findet in diesem Artikel und auf Ians Shoelace Site kreative Anregungen.
(via Lifehack.org)
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