Organisation

Kampf der Prokrastination

on Mai 28th, 2009 by Jochen

Aufschieberitis ist für viele ein Problem, denn sie hindert einen nicht nur daran, die eigenen Aufgaben erledigt zu bekommen, sondern sie wirkt auch nach über den Frust und die Schuldgefühle, die sie verursacht.

Folgerichtig ist der Artikel “11 Causes and Cures for Procrastination” unter “Stressmanagement” abgelegt. Wer den Hang zur Prokrastination nicht einfach als Charaktereigenschaft abhaken will, findet hier die folgenden Hinweise auf mögliche Ursachen und Lösungsansätze:

  • Angst vor komplizierten Aufgaben: Zerlege große Aufgaben in kleinere Teile. Vollende eine Start-Aufgabe, egal wie klein sie sein mag.
  • Furcht vor Unperfektion: Akzeptiere, dass Perfektion selten erreicht werden kann und ebenso selten nötig ist. Du bist ein Mensch, kein Roboter. Wende so oft wie möglich die 80/20-Regel an.
  • Unschlüssigkeit: Ermittle deine Entscheidungs-Kriterien, dann setze dir ein Ultimatum für die Entscheidung. Bitte einen Freund, dich zur Verantwortung zu ziehen.
  • Verschwommene Prioritäten: Unterscheide Verpflichtungen von Optionen. Wofür bist du wirklich verantwortlich? Erstelle eine Aufgabenliste mit Prioritäten.
  • Langweiliges Kleinzeug: Automatisiere einfache Routineaufgaben so weit wie möglich.
  • Mangel an Fokus: Minimiere Ablenkungen. Schau nur zwei Mal am Tag (statt alle 5 Minuten) nach E-Mails und Voicemail. Such dir einen ruhigen Raum, in dem du dich konzentrieren kannst. Widerstehe dem Drang, Pausen einzulegen.
  • Unordnung: Räume deinen Arbeitsplatz auf. Lege Werkzeuge und Hilfsmittel dorthin, wohin sie gehören, damit du sie findest, wenn du sie brauchst.
  • Faulheit: Mache dir die Konsequenzen von Prokrastination bewusst. Wehre dich gegen die Verlockung, einfach abzuhängen. Verschaff dir das Gefühl, etwas erreicht zu haben, indem du kleinere Aufgaben zu Ende bringst. Belohne dich.
  • Fehlende Energie: Sorge für regelmäßigen Schlaf. Ernähre dich gesund. Treibe Sport. Überspring nicht das Frühstück.
  • Startschwierigkeiten: Liste heute die Aufgaben auf, die du morgen erledigen willst. Mit dieser Liste kannst du sofort loslegen.
  • Verdauungsstarre: In ähnlicher Weise kannst du vor dem Mittagessen die Aufgaben festlegen, die am Nachmittag dran sind. Vermeide schweres Essen.

Fehlt noch ein nützlicher Tipp? Liebe Leser, wie haltet ihr die Aufschieberitis im Zaum?

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Warum Spätaufsteher produktiver sind

on Mai 4th, 2009 by Jochen

Im direkten Gegensatz zum früheren Eintrag Warum Frühaufsteher produktiver sind steht eine neue Studie: “Es sind die Spätaufsteher, die den Vorteil haben und die frühen Vögel in der Leistung überrunden”, erklärt Philippe Peigneux, Professor für Klinische Neuropsychologie an der Freien Universität Brüssel. Zusammen mit Co-Autorin Christina Schmidt hat Peigneux seine überraschenden Erkenntnisse kürzlich im Magazin “Science” veröffentlicht.

Mittels Magnetresonanz-Tomographie wurden 30 Probanden untersucht, die entweder extreme Frühaufsteher oder extreme Langschläfer sind. Die einen standen zwischen 5 und 6 Uhr morgens auf, die anderen gegen Mittag. In dem Bereich des Gehirns, das für die Aufmerksamkeitsspanne zuständig ist, beobachteten die Forscher nach ca. 10 Stunden bei den Frühaufstehern gegenüber der anderen Gruppe einen deutlichen Leistungsabfall.

Dass sie erst spät am Abend ihr Leistungshoch erreichen, ist ein Problem für die Langschläfer. Denn darauf ist das gesellschaftliche Leben nicht ausgerichtet. Wer bis in die Nacht arbeitet und dann am Morgen wieder zur Arbeit oder zur Schule geht, läuft Gefahr, einen faulen oder unmotivierten Eindruck zu hinterlassen — dabei ist er oder sie schlichtweg unausgeschlafen. Die Erkenntnis der Forscher: Lässt man diese Menschen nach ihrem Rhytmus leben, übertreffen sie die Morgen-Fraktion.

Welcher Gruppe man angehört, kann genetisch bedingt sein: Jeweils 15 Prozent der Bevölkerung gehören zu einem Ende des Spektrums, der Rest wird allerdings “neutral” geboren.

Frage an die Leser: Frühaufsteher oder Nachtarbeiter? Outet euch in den Kommentaren!

(via Globe and Mail)

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ALPEN für bessere Aufwandsschätzung

on März 9th, 2009 by Jochen

“ALPEN” steht hier nicht für das Gebirge, sondern für fünf wichtige Schritte, die es im Laufe der Zeit erleichtern, genug Zeit für die eigenen Aufgaben einzuplanen und den Tagesablauf effizient zu organisieren:

  • Aufgaben und Termine schriftlich festhalten,
  • Länge der Bearbeitung realistisch schätzen,
  • Pufferzeiten (ca. 40%) für Unvorhergesehenes,
  • Entscheiden, was wegfallen oder delegiert werden muss, und
  • Nachkontrolle der Einschätzung im Rückblick

Macht man sich diese fünf Schritte zur Gewohnheit, verfeinert man im Laufe der Zeit die Fähigkeit, Aufwände realistisch zu schätzen und den Tag so zu organisieren, dass Aufgaben sauber erledigt werden können.

Die ALPEN-Methode stellt auch eine sinnvolle Ergänzung des GTD-Prinzips dar: GTD hilft bekanntlich, Projekte in atomare Aufgaben herunterzubrechen und diese der Reihe nach abzuarbeiten. Die dabei auftretende Frage, wann welche Aufgabe am effizientesten bearbeitet werden kann, wird mit ALPEN einfacher zu beantworten.

Im Detail wird die ALPEN-Methode in der Wikipedia besprochen.

(Via Bewerberblog)

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Hintergrundinformationen

on November 15th, 2008 by Jochen

Den meisten Computerbenutzern ist ein einfarbiger Desktop-Hintergrund zu langweilig. Die einen (zu denen auch ich gehöre) bevorzugen hier abstrakte Motive, andere legen sich Familienfotos oder schöne Landschaftsbilder auf den elektronischen Schreibtisch.

Man kann die Hintergrundfläche aber auch nutzen, um die eigene Produktivität zu verbessern!

So gibt es von Stefanos Karagos und John Lawrence zwei übersichtliche Darstellungen des GTD-Ablaufs. Ich habe Stefanos’ Diagramm als Hintergrundbild meines zweiten Bildschirms im Büro gewählt.

Keine fertigen Informationen, aber eine nützliche Grundstruktur geben dem Desktop die Hintergrundbilder von Gabriel Radic und David Fisco. Sie ermöglichen es dem Anwender, Icons an verschiedenen voneinander abgehobenen Stellen abzulegen.

Wie sieht euer Desktophintergrund aus? Nüchterne Information, emotionales Motiv — oder sogar ein dynamisches, softwaregesteuertes Hintergrundbild?

(Via ToolBlog)

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Prioritäten setzen

on November 14th, 2008 by Jochen

Dass die Einteilung von Aufgaben in “Hohe Priorität”, “Mittlere Priorität” und “Niedrige Priorität” nicht besonders effektiv ist, ist inzwischen eine weit verbreitete Erkenntnis. Das Getting-Things-Done-Konzept verzichtet sogar mit der Begründung, dass alle ernstzunehmenden Aufgaben gleich wichtig seien, bewusst auf jegliche Priorisierung. In Introducing A New Way Of Prioritizing, warnt der Autor jedoch davor, dass dieses Schwarz-Weiß-Denken zum Burnout führen kann, weil es dazu verleitet, ständig etwas zu tun. Er empfiehlt, Aufgaben nach folgendem Schema zu priorisieren:

  • Muss erledigt werden, weil sonst unangehmende Konsequenzen entstehen. Zu dieser Kategorie gehört zum Beispiel das Bezahlen der Stromrechnung.
  • Sollte erledigt werden, weil eine Verpflichtung (moralisch, finanziell, …) dahinter steht.
  • Will ich erledigen. In diese Kategorie fallen Aufgaben, die man zum eigenen Wohlbefinden erfüllen möchte — z.B. einen Film anschauen.

Dabei ist zu beachten, dass eine Kategorie die anderen nicht ausschließt. Schließlich kann man eine Aufgabe erledigen wollen, auch wenn sie gleichzeitig auf einer Verpflichtung beruht. Die höhere Priorität hat allerdings immer das meiste Gewicht.

Dem Eindruck, dass dies nichts anderes als die klassische A-B-C-Einteilung ist, hält der Autor entgegen, dass die Bezeichnungen viel klarer sind und die Notwendigkeit der Aktion betonen. Außerdem stellen sie sinnvolle Stufen einer Eskalation dar: ist eine Rechnung hereingekommen, wird man sie in der Regel zuerst bezahlen wollen. Lässt man sie für einige Tage liegen, sollte man sie langsam bezahlen, um eine Mahnung zu vermeiden. Ist diese aber ebenfalls hereingeflattert, muss die Rechnung bezahlt werden, wenn man auf Inkasso oder ein Mahnverfahren keine Lust hat.

Das zweite Beispiel “Urlaub” spricht mir gerade aus der Seele: steigt die Arbeitslast, will man mal ein paar Tage frei nehmen. Spätestens, wenn sich negative Auswirkungen bemerkbar machen, sollte man wirklich einen Urlaubsantrag stellen. Wird dennoch der gesunde Bereich der Belastung überschritten, muss eine Pause sein.

In diesem Sinne: ein schönes Wochenende!

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