Organisation

Zeit ist Geld: Meeting Tokens

on November 1st, 2007 by Jochen

Wenn man in Büros nach Zeitfressern fragt, kommt sehr schnell das Thema “Besprechungen” zutage. Auch ich brauche nicht lange nachzudenken, bis mir Termine der letzten Wochen einfallen, die reine Zeitverschwendung waren. Klar, ohne Besprechungen wird eine Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Ziel nicht funktionieren. Aber wenn sie schlecht vorbereitet und gehalten werden, gehen schnell ganze Personentage flöten. Und das Schlimmste ist, dass sich manche Kollegen dann nicht einmal einer Schuld bewusst sind. Sie beraumen kurzerhand ein “Folgemeeting” an.

Mike Monteiro hat sich ein außergewöhnliches Gegenmittel einfallen lassen: Wenn Zeit nicht mehr wertgeschätzt wird, dann muss ihr wieder ein Wert verliehen werden. Er fertigte zu diesem Zweck “Meeting Tokens” an — kleine Holzmünzen, die jeweils eine Viertelstunde Besprechungszeit wert sind.

Ich glaube nicht, dass sich jeder darauf einließe, wenn ich diese “Währung meiner Zeit” einführen würde. Spätestens bei ranghöheren Kollegen wird die Idee auf wenig Gegenliebe stoßen. Und dass in jedem Beutel auch noch eine Sondermünze, der “Red Merlin” (benannt nach Produktivitätsguru Merlin Mann), enthalten sein soll, mit dem man eine Besprechung sofort abbrechen kann, trägt wohl auch nicht dazu bei, dieser Limitierung der Ressource Zeit mehr Sozialverträglichkeit zu geben.

Aber ich finde, die Tokens machen den Wert, den Zeit nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für das Unternehmen hat, wieder sichtbar und greifbar. Deshalb gefällt mir die Idee grundsätzlich sehr.

Was tut ihr, damit ihr eure Zeit nicht in Besprechungen verschwendet?

(via 43folders.com)

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GTD mit TaskPaper

on Oktober 23rd, 2007 by Jochen

TaskPaper ist in seiner reduzierten Schlichtheit geradezu genial.

Das sagt jedenfalls Ralf auf Twitter. Grund genug, sich die Organisationssoftware genauer anzuschauen.

Screenshot von TaskPaper

TaskPaper ist im Grunde nicht mehr als eine grafische Oberfläche zur Pflege von Aufgabenlisten. Die Software ist für den Mac und speichert alle Informationen in einer simplen Textdatei. In meinem GTD-Vortrag habe ich ja betont, dass wir unsere Zeit und Energie nicht auf die Verwaltung, sondern auf die Erfüllung unserer Aufgaben verwenden sollten. Genau in diese Kerbe schlägt TaskPaper durch sein einfaches Konzept:

  • Eine einfache, textbasierte Oberfläche, die schnell zu überschauen und zu bedienen ist
  • Aufgaben können zu Projekten zusammengefasst werden
  • Tags erlauben Verbindungen zwischen verwandten Aufgaben
  • Schnelle Suche auch bei einer großen Zahl von Aufgaben

Wem also iGTD zu überzüchtet erscheint (ich persönlich mag die Funktionsvielfalt und Integration der Software), könnte mit TaskPaper glücklicher werden.

Übrigens: Wer schon selbst auf die Idee gekommen ist, seine Aufgaben einfach in einer Textdatei auf dem Mac zu pflegen und dazu den Editor Textmate benutzt, kann das mit dem Tasks bundle auch komfortabler gestalten.

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Getting Blogs Done

on Oktober 20th, 2007 by Jochen

Unter diesem Titel habe ich heute einen Vortrag beim BlogCamp Switzerland in Zürich gehalten. Dabei ging ich darauf ein, wie ich das “Getting Things Done”-Konzept auf das Bloggen anwende.

Peter Hogenkamp hat eine Kurzfassung des Vortrags live gebloggt. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich WoW nur aufgrund seiner Publikumswirksamkeit als mein “soziales Leben” bezeichnet habe. ;-)

Die Folien zu meinem Vortrag “Getting Blogs Done” können Sie hier herunterladen.

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Warum Aufschreiben wichtig ist

on Oktober 18th, 2007 by Jochen

In meinen Seminaren für Software-Entwicklung empfehle ich dringend, die Dinge, die man sich bei komplexeren Konstrukten gedacht hat, in Kommentaren zu dokumentieren. Zu schnell vergisst man, warum man sich für den jeweils vorliegenden Ansatz entschieden hat und muss sich später erst wieder mühsam hineindenken. Aufzeichnungen senken hier den Aufwand und die Fehlerquote.

In meinem Vortrag über Getting Things Done habe ich zudem hervorgehoben, dass es sehr wichtig ist, alles aus dem Kopf zu bekommen, was wir noch anpacken müssen. So kann das Gehirn alle seine grauen Zellen auf die Aufgabe ansetzen, mit der wir uns gerade auseinandersetzen. Ich hatte schon immer Schwierigkeiten, mir spontan Dinge zu merken — eine Ablenkung und sie sind weg. Seit ich mir deshalb angewöhnt habe, mir alles Wichtige aufzuschreiben, muss ich weit weniger um Entschuldigung für meine Verpeiltheit bitten als früher.

Mein Notizbuch und Stift begleiten mich fast überall hin. So kann ich alles festhalten, was gerade noch flüchtig durch meinen Kopf geistert. Damit gehören für mich Stirnrunzler wie “Was wollte ich Marko noch fragen?”, “Wo war dieser Laden nochmal? Ich bin mal mit der Straßenbahn dran vorbei gefahren…” oder “Da war doch was, das ich noch mit meinem Team besprechen muss…” fast komplett der Vergangenheit an.

Aus diesen Erfahrungen heraus haben mich die Gründe, die das Positivity Blog für das Aufschreiben von Aufgaben, Gedanken und anderen Dingen anführt, sofort angesprochen:

  1. Aufgeschriebene Ziele werden wichtig: Ein niedergeschriebenes Ziel schafft Klarheit und Fokus, gibt Ihnen eine Richtung.
  2. Verzetteln verhindern: In unserem Wust von Aufgaben verlieren wir schnell die wichtigen Dinge aus den Augen. Eine schriftliche Notiz mit der Frage “Ist das wirklich von Nutzen?”, an prominenter Stelle angebracht (auf Papier, einem Bildschirmschoner oder einem anderen Programm), kann Sie unter Umständen wieder auf die richtige Spur bringen.
  3. Den Arbeitsspeicher säubern: Wie ich schon oben sagte, entlastet Aufschreiben das Gehirn. Das ist einer der wichtigsten Gründe, sich Dinge aufzuschreiben. Das ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern macht auch das Leben leichter.
  4. Klareres Denken: Sie können nicht viele Gedanken gleichzeitig im Kopf behalten. Wenn Sie bei der Auseinandersetzung mit einem Problem ihre Gedanken, Fakten und Gefühle aufschreiben, brauchen Sie sich keine Sorgen mehr zu machen, sie zu vergessen. Statt dessen können Sie sich mit klarem Kopf auf die Lösung des Problems konzentrieren.
  5. Gedanken-Tagebuch: Es ist faszinierend, nach einiger Zeit nachzulesen, wie man zu einer bestimmten Zeit gedacht hat. Eventuell sehen Sie dabei, wie Sie sich im Laufe der Zeit verändert haben.
  6. Festhalten Ihrer positiven Eigenschaften: Liest man das, was man einst geschrieben hat, ist man gelegentlich überrascht, wie clever man war. Ein schriftliches Archiv könnte ein gutes Mittel sein, sich Ihrer positiven Eigeschaften zu erinnern.
  7. Den Fokus auf das Wesentliche nachhaltig bewahren: Auch langfristige Ziele kann man durch Gedächtnisstützen im Blick behalten. Zum Beispiel mag es sein, dass Sie sich für recht gesund halten, aber beim Lesen Ihres Tagebuchs feststellen, dass Sie diesen Monat nur viermal Laufen waren [Oh oh. Die Red.]. So können Sie Probleme frühzeitig erkennen und langfristig auf Kurs bleiben.
  8. Sich selbst besser kennenlernen: Beim Lesen könnten Sie zum Beispiel feststellen, dass, obgleich Sie sich gerade als recht positiv gestimmt einschätzen, Sie sich in letzter Zeit nur noch negativ über Ihren Beruf oder eine Beziehung ausgelassen haben. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass Sie sich selbst, Ihre Arbeit oder Beziehung nicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt haben. Manches kann beim Lesen klarer werden.
  9. Ihre Fortschritte festhalten: Ob Sie Sport treiben oder in Aktien investieren — Ergebnisse schriftlich festzuhalten kann nützlich sein. Wenn Sie den Eindruck haben, nicht voranzukommen, können Ihnen diese Aufzeichnungen neue Motivation geben. Außerdem helfen sie Ihnen, aus Lösungen der Vergangenheit zu lernen und neuen Problemen rechtzeitig aus dem Weg zu gehen.

Ich geh dann mal laufen. :-)

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Vortrag: Getting Things Done

on Oktober 13th, 2007 by Jochen

Ich bin in den letzten Monaten so oft nach dem “Getting Things Done”-Konzept gefragt worden, dass ich schließlich einen Vortrag darüber verfasst und inzwischen auch schon mehrfach gehalten habe. Heute habe ich ihn nun als Video zum Online-Anschauen produziert:


Link: sevenload.com

Der Vortrag wird Grundlage eines Online-Workshops sein, den ich demnächst auf Freistil-Consulting anbieten werde.

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