Webanwendungen

Eine GTD-Webanwendung (ver)heißt Nirvana

on August 14th, 2010 by Jochen

Mittlerweile gibt es eine Reihe ansprechend gestalteter und effizient zu bedienender Desktop-Anwendungen für mehr Produktivität. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist Things. Leider gibt es die Software nur für Mac-Anwender, und auch für die natürlich nur auf den Rechnern, auf denen sie installiert ist.

“Getting Things Done”-Anwendungen im Web hingegen kann man von jedem Browser der Welt aus nutzen. Ihr Design und Bedienungskonzept lässt leider oft zu wünschen übrig. Dass das auch anders geht, zeigt Nirvana.

nirvana-homepage.jpg

Der Newcomer unter den GTD-Umsetzungen ist momentan im geschlossenen Betatest und deshalb nur mit Einladungscode zugänglich. Er zieht alle Register moderner Webanwendungen, um eine ansprechende und flüssig zu bedienende Benutzerschnittstelle zu schaffen. Platzhirsche wie Remember The Milk, aufgepasst!

Nach dem Login präsentiert sich Nirvana in einem aufgeräumtem Layout, das frappierend an Things erinnert. So findet sich in der linken Seitenleiste außer dem Eingangskorb (“Inbox”) und den Sektionen für Projekte, geparkte Aufgaben (“Waiting”) und Aufgaben mit bestimmtem (“Scheduled”) und unbestimmtem Termin (“Someday”) auch die Liste der heute zu erledigenden Aufgaben (“Today”). Rechts wird der jeweils aktive Ausschnitt der Aufgabensammlung dargestellt.

nirvana-overview.jpg

Wer die Handhabung von Mac- und iPhone-Anwendungen gewohnt ist, findet sich in Nirvana sofort zurecht. Ich habe den Eindruck, dass man sich beim kanadischen Hersteller PeopleLikeUs gesagt hat: “Lieber Gutes kopieren als Schlechtes erfinden.” Und am Ergebnis gemessen erweist sich das als eine schlaue Taktik. Alle Arbeitsschritte der Aufgabenverwaltung sind hier schnell erledigt — schließlich geht es darum, mit der knappen Zeit möglichst produktiv umzugehen. Schon bei der Erfassung neuer Aufgaben wird das beherzigt, indem sie durch die Eingabe des Aufgabentitels eingeleitet wird. Das anderswo notwendige Klicken eines “New”-Buttons bleibt dem Anwender erspart.

Wenig überraschend können Aufgaben in Nirvana neben Titel und Beschreibung noch mit einem Startdatum und einem Endtermin sowie mit Stichworten (“Tags”) versehen werden. Über diese Tags erfolgt auch die Zuordnung einer Aufgabe zu denjenigen Kontexten, in denen sie sinnvoll bearbeitet werden kann. Weil das GTD-System auf Prioritäten verzichtet und die nächste anzupackende Aufgabe dynamisch nach gerade passendem Zeit- und Energieaufwand ausgewählt wird, sieht Nirvana auch Angaben für diese beiden Kriterien vor.

nirvana-task.jpg

So entstehen schnell die dem GTD-System zugrunde liegenden Listen von Aufgaben, die einfach per Ziehen an der gepunkteten “Greiffläche” geordnet werden können. Mit einem Mausklick kann eine Aufgabe für den heutigen Tagesplan vorgemerkt und nach ihrer Erledigung abgehakt werden.

nirvana-list.jpg

Auch wer gern mit der Tastatur arbeitet, kommt bei Nirvana auf seine Kosten. Für die Anwender von Smartphones und Tablets hält Nirvana angepasste Bildschirm-Layouts bereit; die bei Desktop-Anwendungen nötige (und oft lästige) Synchronisation entfällt hier natürlich komplett. Fairerweise muss dabei auch erwähnt werden, dass eine Möglichkeit zum Offline-Arbeiten bislang fehlt.

Alles in allem bin ich beeindruckt, wie effizient das Arbeiten in Nirvana vonstatten geht. Diese Webanwendung hat das Zeug dazu, eine der führenden Anwendungen auf dem GTD-Markt zu werden. Dabei wird natürlich auch die Preisgestaltung eine Rolle spielen, denn Nirvana wird nach dem Ende der Testphase nur in einer Basisvariante kostenlos bleiben.

Zum Schluss frage ich mich lediglich noch, ob es wohl mit ein wenig mehr Kreativität möglich wäre, den schalen Beigeschmack nach Plagiat zu beseitigen, der mich bei meinen Tests beschlichen hat.

Update 2010-08-27: Eine Offline-Funktion auf Basis von HTML 5 ist bereits in Arbeit.

more

Ausgelagertes Gedächtnis: Evernote

on August 12th, 2008 by Jochen

Evernote ist ein Dienst, der Texte, Bilder und Audio-Schnipsel seiner Nutzer speichert. Verwaltet werden können diese Informationen sowohl über einfach zu bedienende Desktop-Anwendungen als auch im Web.

Erklärtes Ziel des Dienstes ist es, das Gedächtnis des Benutzers durch eine leistungsfähige Suchfunktion zu ergänzen. Diese Suchfunktion besticht durch eine Besonderheit: jedes auf Evernote hochgeladene Bild wird automatisch einer OCR-Analyse (Optical Character Recognition) unterzogen, bei der Texte im Bild erkannt und dem Suchindex hinzugefügt werden. Auf diese Weise erfasst die Evernote-Suche auch T-Shirt-Aufdrucke fotografierter Personen oder den Text einer eingescannten Visitenkarte.

Die Nutzung von Evernote ist zunächst kostenlos. Erst ab einem gewissen Maß an Datenverkehr pro Monat ist die kostenpflichtige Premium-Variante erforderlich.

Seit kurzem gibt es auch eine Evernote-Applikation für das iPhone. Und wie die neue Version 1.2 dieser Applikation im Evernote-Blog bekannt gemacht wurde, hat mir viel Spaß gemacht:

Let’s just cut to the chase. You asked, and we made it happen:

  • I want to edit notes right on the iPhone: DONE
  • Give me more audio recording time: YOU GOT IT
  • Make image and audio uploads faster: IT’S 4X FASTER NOW
  • Let me choose to have notes sync only over WiFi: OKIE DOKIE
  • Ugh, the first line of my text notes gets cut off: FIXED
  • Integrate a flashlight application: UM, NO

Am wichtigsten sind dabei meiner Ansicht nach der erste und der letzte Punkt. ;-)

Ich nutze derzeit die Evernote-Anwendungen für Mac und für das iPhone und lerne dabei vor allem die Einfachheit zu schätzen, mit der ich Notizen und Bilder auf Evernote ablegen und wiederfinden kann.

Von den Evernote-Anwendern unter meinen Lesern würde ich mich über einen Kommentar mit euren Erfahrungen freuen! Und die anderen seien eingeladen: Probierts einfach mal aus!

more

Evernote — das intelligente Notizbuch

on March 31st, 2008 by Jochen

Mit dem Motto “A Single Place For All Your Notes!” geht Evernote an den Start. Die neue Webanwendung geht in puncto Online-Notizbuch einen Schritt weiter als bekannte Web-2.0-Applikationen wie Backpack oder Desktop-Software wie Eagle Filer (beide nutze ich selbst täglich). Evernote speichert nicht nur Textschnipsel, die man per Webbrowser oder Mobiltelefon dort ablegt, sondern verarbeitet auch Bilder.

Dabei beschränkt es sich aber nicht darauf, Notizen und Bilder zu speichern und nach Bedarf wieder darzustellen. Eine Text- und Handschrifterkennung macht es möglich, in Bildern enthaltene Informationen per Cut&Paste in andere Anwendungen zu übernehmen. Das soll sogar mit Notizen funktionieren, die man im Restaurant auf die Serviette geschrieben und per Handykamera auf Evernote.com hochgeladen hat.

Damit man Informationen per E-Mail einliefern kann, erhält jeder Nutzer eine geheime Adresse. Komfortabel wird die Nutzung von Evernote durch eine lokal installierte Desktop-Anwendung, die es bislang für Windows und Mac OS X gibt.

Notizen können nachträglich zu Aufgabenlisten umgewandelt werden, indem man Ankreuzkästchen hinzufügt. So wird Evernote auch zur To-Do-Verwaltung.

Der Dienst bezeichnet sich als “ausgelagertes Langzeitgedächtnis” und macht tatsächlich einen innovativen Eindruck. Ich werde ihn in den nächsten Wochen testen und meine Erkenntnisse bloggen. Leider verfügt mein Handy nicht über eine Kamera, sodass ich hier etwas improvisieren muss. Einen Gedanken auch unterwegs schnell per E-Mail an meine private Evernote-Adresse festzuhalten funktioniert jedenfalls schon mal einwandfrei.

more

Gedanken online strukturieren mit MindMeister

on March 19th, 2008 by Jochen

Heute will ich mal wieder eine nützliche Anwendung empfehlen, die man dank WWW von überall aus benutzen kann: MindMeister.

MindMeister ermöglicht die Erstellung von Mind Maps im Web. Dabei werden die Mind Maps auf den Servern des Anbieters gespeichert und stehen dem Bearbeiter daher jederzeit zur Verfügung, ja sogar weiteren Personen, die zur Ansicht oder gar Bearbeitung berechtigt wurden.

Mind Maps gehen von einem zentralen Stichwort oder Gedanken aus und verzweigen sich dann immer mehr in Details und Teilaspekte ((Mehr zu Mind Maps erklärt die Wikipedia.)).

Ganz ehrlich: MindMeister begeistert mich. Bisher erstellte ich Mind Maps lokal auf meinem Rechner in der kostenlosen Anwendung Freemind. Trotz der Tatsache, dass MindMeister im Webbrowser abläuft, steht der Komfort der Bedienung Freemind in keiner Weise nach — sie ist sogar verblüffend ähnlich.

Den Umstieg auf MindMeister erleichtert die Importfunktion für Dateien der Applikationen Freemind und MindManager. Auch der umgekehrte Weg ist per Export möglich.

Nun mag eine Webanwendung so nutzerfreundlich sein wie sie will — ohne Internetverbindung ist sie tot. Das gilt aber nicht für MindMeister! Dank Google Gears verfügt sie über einen Offline-Modus, in dem sie zwar im Browser, aber ohne Internetverbindung abläuft. Schaltet man später wieder auf “online”, werden alle lokal gespeicherten Änderungen mit dem MindMeister-System synchronisiert.

MindMeister gibt es als kostenloses, aber auf sechs Maps beschränktes Angebot sowie als kostenpflichtige Premium-Version ohne Beschränkung, dafür aber mit verschlüsseltem SSL-Zugriff. Um sich einen Eindruck zu schaffen, darf man die Premium-Möglichkeiten für einen Monat kostenlos testen.

Ich arbeite intensiv mit Mindmaps, weil sie mir die schrittweise Verfeinerung meiner Ideen, Beobachtungen und Konzepte erleichtern. Dass ich sie auf MindMeister.com von überall aus bearbeiten und sogar mit anderen teilen kann, macht die 38,50 € im Jahr für das Premium-Angebot zu einem sehr interessanten Angebot.

more

Produktivitätskiller!

on January 14th, 2008 by Jochen

Manche Produktivitäts-Tipps fallen kurz aus und sind dennoch unglaublich wertvoll. Zum Beispiel dieser:

Besuche niemals, ich wiederhole: niemals, StumbleUpon. Meide vor allem deren Firefox-Addon um jeden Preis.

Das war’s auch schon. Gleich mal schauen, welche interessanten Websites der Button als nächstes herbeizaubert…

more

Login