Vor kurzem habe ich das Buch “Drive” zu lesen begonnen, in dem Daniel H. Pink betrachtet, was uns wirklich motiviert und antreibt. Die “intrinsische Motivation”, also der Antrieb, der nicht von außen, sondern aus uns selbst heraus entsteht, spielt darin eine wichtige Rolle. Diese antreibende Wirkung haben zum Beispiel die Freude an den eigenen Fortschritten und der positive Wettbewerb innerhalb eines Teams. Dazu passt ein interessanter Kommunikationsansatz, den ich auf GigaOm gefunden habe. Der Artikel bezieht sich auf das Buch “9 Steps to Work Less and Do More“. Darin beschreibt “Get It Done Guy” Stever Robbins den “action day”, was ins Deutsche recht gut mit “Aktivtag” zu übersetzen ist. Robbins beschreibt die Besonderheit des Aktivtags mit folgenden Worten:
“Du besorgst dir mit deinen Freunden eine Konferenzleitung. Ihr vereinbart einen stündlichen Termin, zum Beispiel immer zur vollen Stunde. Zu jedem Termin liest eine Person (du?) die Teilnehmerliste vor. Jede genannte Person erklärt, was sie in der vergangenen Stunde getan hat. Dann erklärt sie, was sie in der kommende Stunde erledigen wird. Hat jeder Bericht erstattet, legt ihr wieder auf und geht an die Arbeit!”
Es geht also darum, mindestens eine Stunde vorauszudenken und sich gegenüber dem Team auf eine Aufgabe festzulegen. Nach einer Stunde legt man dann Rechenschaft darüber ab, wie das Ganze in der Praxis aussah. Diese Mischung aus Planung, Transparenz und Verbindlichkeit hat mich sofort fasziniert und heute haben wir sie zum ersten Mal in der Firma ausprobiert.
Als virtuelles Internet-Unternehmen kam für uns aber natürlich kein antiquiertes synchrones Medium mit enorm verlustbehafteter Audio-Übertragung in Frage.
Statt dessen nutzten wir eine eigens für den Aktivtag in unserem Yammer-Netzwerk eingerichtete Gruppe. Jeweils (mehr oder weniger) zur vollen Stunde informierten wir einander durch kurze Postings, was wir seit der letzten Meldung erledigt hatten. Hier einige Beispiele:
Es hat wirklich Spaß gemacht, die eigenen Fortschritte mitzuteilen und gleichzeitig zu sehen, an was der Kollege gerade arbeitet. Auch die Transparenz im virtuellen Team wurde auf diese Weise deutlich verbessert. Entsprechend positiv war auch das Feedback: “Das Konzept Aktivtag gefällt mir! Fühlt sich fast so an, als würden wir in einem Büro zusammensitzen.”
Zugegeben, der Verbindlichkeitsfaktor kam dieses Mal zu kurz, das werden wir bei den nächsten Malen verbessern.
Ab sofort ist der Mittwoch also unser offizieller Aktivtag. Ich bin aber jetzt schon sicher, dass sich unsere Fortschrittsmeldungen nicht mehr allein auf diesen Wochentag beschränken werden…
moreDie Fähigkeit, auch die Dinge gut zu erledigen, die man nicht mag, ist unabdingbar für Erfolg.
Diesem Satz von Donald Latumahina auf LifeHack.org findet meine volle Zustimmung. Wenn ich Bewerbungen sichte, gebe ich zwar mehr auf die praktischen Ergebnisse als auf die Noten im Abschlusszeugnis, aber irrelevant sind diese Noten auch wieder nicht: sie zeigen nämlich auch, ob der Bewerber (Bewerberinnen sind leider das vierblättrige Kleeblatt der IT) bereit ist, sich auch mal mühsam durchzubeißen. Das gehört einfach zur Realität dazu — in jeder Branche.
Donald gibt in seinem englischsprachigen Artikel gute Tipps, wie man die dazu nötige Motivation erzielen kann. Ich gebe sie hier gern auf Deutsch weiter, denn sie passen sehr gut zu meiner Einstellung zur Arbeit und ich kann sie aus eigener Erfahrung bestätigen.
Wir sehen eine ungeliebte Angelegenheit oft nicht als Teil einer größeren Sache, die uns später von großem Nutzen sein wird. Sobald wir uns den bewusst machen, wird’s leichter.
Aus den meisten Erfahrungen kann man etwas lernen. Wenn wir davon gerade nichts sehen, konzentrieren wir uns vielleicht zu sehr auf die negativen Aspekte.
Liebe ist eine mächtige Quelle für Motivation. Plötzlich packen wir selbst die langweiligsten Dinge an und haben sogar Spaß dabei.
Spaß kommt nicht allein von der Aufgabe selbst, sondern von der Interaktion mit den anderen Beteiligten. Selbst wenn die Aktivität selbst nicht gerade der Bringer ist, kann Kooperation reiche Erfahrungen vermitteln. Das ist auch ein Grund, warum dir Spaß macht, was du tust.
Je mehr du denkst oder gar aussprichst, dass du eine Aktivität nicht magst, desto geringer wird die Chance, doch Spaß dabei zu haben. Die obigen Punkte helfen dabei, positive Dinge zu finden, die man denken und über die man sprechen kann. Sei es der langfristige Gewinn, der daraus entsteht, oder die nette Zusammenarbeit mit Leuten. Konzentriere dich auf diese positiven Dinge; denke und sage nie etwas Negatives.
Vielleicht hast du nicht immer den Luxus, aussuchen zu können, mit dem du zusammenarbeitest. Aber wo immer es geht, solltest du positiv eingestellte Leute zusammensuchen. Wähl die Leute aus, von denen du weisst, dass sie Leidenschaft für die betreffende Aufgabe entwickeln. Diese Leidenschaft steckt an und du kannst daraus Energie ziehen, selbst eine positive Einstellung zu bewahren und Spaß an der Aufgabe zu haben.
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