“Faule Ausreden skalieren besser als IBM Maschinen!” stellt Su-Shee in ihrem Anti-Verpeil-Howto fest. Und Selbstgespräche wie “Das mach ich morgen.”, “Hm, ich muss aber erst mal aufräumen.” und “Heute ist erst mal Party angesagt, ich hab schließlich nicht nur ein schulisches Leben” sind typische Vertreter dafür.
“Hallo, mein Name ist Jochen, und ich bin ein Verpeiler.” Ja, in vielen Symptomen, die in dieser toll geschriebenen Anleitung zur Selbstorganisation aufgelistet werden, erkenne ich mich wieder. Manches davon habe ich inzwischen dank wachsender Disziplin im Griff, manches fällt mir immer noch mehr oder weniger regelmäßig auf die Füße.
Das Anti-Verpeil-Howto könnte man als deutschsprachiges “Getting Things Done” bezeichnen. Su-Shee zeigt die üblichen Muster des Verpeilt-Seins auf und erklärt, wie man sie in den Griff bekommt. Sehr zu empfehlen für alle Mit-(Zu)-Vielen-Bällen-Jonglierer, Nie-Rechtzeitig-Fertig-Werder und Ständig-Zu-Spät-Kommer!
more“Wer zum Bäcker hat das Update durchgeführt und dabei die Konfigurationsänderung vergesssen?” “Ichnich.”
Ichnich ist ein Mitarbeiter, der hier schon lange arbeitet, viele Jahre länger als ich selbst. Interessanterweise bekomme ich seine E-Mails. Einen Haufen E-Mails. Deshalb habe ich einen speziellen Mail-Ordner für Ichnich angelegt.
Im Ernst: in einer Firma wie der meinen ist E-Mail wahrscheinlich das wichtigste Kommunikationsmedium. Das geht so weit, dass, wenn Besucher für jemanden kommen, dieser aber nicht telefonisch erreichbar ist, eine Suchmail an alle Mitarbeiter rausgeht. An hunderte von Mitarbeitern. Es gibt jeden Tag viel zu viele solcher E-Mails, die uns von Wichtigerem ablenken und unsere kostbare Zeit verschwenden. Andererseits wird von uns erwartet, dass wir auf jede wichtige E-Mail sofort antworten…
Ich habe nur ganz wenige E-Mail-Filter, aber einer davon hilft mir erheblich, mich auf wichtige E-Mails zu beschränken, und das ist der Ichnich-Filter: Jede E-Mail, die nicht an mich persönlich adressiert ist (z.B. Mailinglisten und CC-Kopien), wird in den “Ichnich”-Ordner verschoben. Wenn ich in meinen Posteingang schaue, sehe ich nur noch die Mails, die speziell an mich gerichtet sind. Diese bearbeite ich nach dem “Getting-Things-Done”-Prinzip: Mails, deren Bearbeitung weniger als 2 Minuten erfordert, werden sofort erledigt, und alle anderen in passende Ordner verschoben. Und dann geht’s mit einem leeren Posteingang weiter.
Die E-Mails an Ichnich fasse ich erst dann an, wenn ich wirklich die Zeit habe, mich mit “Zur Kenntnis”-Mails und anderen Massensendungen zu beschäftigen.
moreOhne Bookmarks kommt niemand aus, der das WWW nutzt. Zumindest die Websites, die man regelmäßig besucht, will man in Form eines Lesezeichens abspeichern. Um auch bei einer wachsenden Sammlung den Überblick zu behalten, kann man Bookmarks bei allen Browsern in verschiedenen Ordnern ablegen. Es gibt aber einige Gründe, warum es dabei trotzdem immer wieder zu Problemen kommt, zum Beispiel:
Mit steigender Anzahl von Lesezeichen verschärfen sich diese Probleme. Abhilfe wollen “Social Bookmarking”-Dienste im Web schaffen; der Klassiker unter ihnen heißt “del.icio.us”:http://del.icio.us. Mit seiner Hilfe ist meine Sammlung inzwischen auf über 1000 Web-Lesezeichen angewachsen. Und trotz dieser Menge kann ich sie so effektiv durchsuchen, dass ich immer wieder gefragt werde: “Wie findest du immer so schnell die passende Website?”
Der Schlüssel zu dieser Effizienz liegt in der Organisation der Bookmarks. del.icio.us geht bei ihrer Einordnung einen Weg, den man aus der Leihbibliothek kennt: Verschlagwortung, neudeutsch als “Tagging” bezeichnet. Jeder abgelegten URL dürfen dabei beliebig viele “Tags” zugeordnet werden. Bei der Suche gibt man später wieder ein oder mehrere Tags an und bekommt alle passenden Bookmarks aufgelistet.
Das soziale am “Social Bookmarking” ist, dass jeder auch in den Sammlungen der anderen del.icio-us-Anwender stöbern kann. Man kann sogar beliebige Tag-Kombinationen als RSS-Feed abonnieren und erhält so eine Quelle stets neuer Bookmark-Tipps zu einem Thema. Zusätzlich können Hinweise auf interessante Fundstellen auch in die andere Richtung fließen, indem man über die Benachrichtigen-Funktion Bekannte aktiv auf neu gefundene Websites aufmerksam macht.
Um eine Website in der eigenen Sammlung abzulegen, bietet del.icio.us zum einen ein simples Eingabeformular, zum anderen aber auch ein sogenanntes Bookmarklet an. Dieses wird in den Browser-Bookmarks abgelegt, am besten ständig klickbereit in der Werkzeugleiste.Weil es sich aber nicht um ein normales Bookmark handelt, sondern um ein kleines Javascript-Programm, erhält man beim Klick darauf ein Eingabeformular, um die URL der gerade angezeigten Website in der Sammlung zu versenken.
Die endgültige Integration in den Browser bietet das del.icio.us-Addon für den Firefox. Es erweitert dessen Werkzeugleiste um zwei neue Knöpfe: Der eine dient der Ablage der aktuellen Website bei del.icio.us, der andere ermöglicht das direkte Suchen. Beim Abspeichern einer URL prüft das Addon, ob sie bereits von anderen Anwendern abgelegt wurde und zeigt die von ihnen vergebenen Tags als Vorschläge an. Das Firefox-Addon macht das Abspeichern komfortabel und die Suche einfach — die optimale Grundlage für eine florierende Bookmarksammlung, die von überall aus zugänglich ist, wo man einen Webzugang hat.
Nutzt Ihr Social-Bookmarking-Dienste? Für welchen habt Ihr euch entschieden? Schreibt einen Kommentar über Eure eigenen Erfahrungen!
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